Genius von „Krizz Kaliko“

Küstler:
Krizz Kaliko
Redaktions-Wertung:
Titel:
Genius
Release:
14. Juli 2009
LeserInnen-Wertung:
Web:
keine Angaben

krizz-lsliko-cd-bewertungen-deJahrelang war Krizz Kaliko nicht viel mehr als nur ein Background oder Feature Artist für den großen Tech N9ne, bis 2008 endlich seine Treue belohnt wurde und er über Strange Music sein Debüt „Vitiligo“ veröffentlichte. Schon ein Jahr später wird gleich nachgelegt, diesmal mit dem verheißungsvollen Titel „Genius“. Im Gegensatz zu den Label Kollegen rappt Krizz nicht nur, er singt auch sehr viel, sei es Hooks oder auch komplette Songs. Generell finden mehrere Styles den Weg in seine Musik. Neben Rap, der sich bei ihm ähnlich anhört wie bei Tecca Nina, kommt durch den Gesang auch R’n’B mit dazu, aber auch Elemente aus Rock und Oper finden sich in einem bunten Mix wieder. Wie für Strange Music so üblich, stammen die Produktionen aus dem eigenen Haus, Ähnliches gilt für die Features, mit Ausnahme von E-40.

Rein ins Album und los geht’s auch gleich schon mit einem echten Kracher. „Chip On My Shoulder“ heißt der Opener, der mit dunklen Streichern und einem langsamen Beat und etwas Frauengesang im Hintergrund für eine unheimliche Stimmung sorgt, worüber Krizz schnelle Verses feuert. Noch eine Spur besser ist der Titelsong „Genius“. Drückende Synthies und ein erneut schnell flowender Krizz Kaliko sorgen schnell dafür, dass man den Track mag, spätestens im Refrain, wenn Operngesänge, die auch noch leicht verzerrt werden, einsetzen, wird man diesen bombastischen Smash lieben. Bay Area Veteran E-40 gibt sich auf „Doe Doe“ die Ehre. Dies ist ein sehr abgedrehter Titel mit verrückten Sounds, einem Beat, der mal schnell trommelt, mal komplett aussetzt und zwei MCs, die passend dazu rappen. Definitiv Geschmackssache, wer die Strange Music Jungs mag, dem wird es jedoch bestimmt gefallen.

Dem folgt eine komplett andere, wesentlich softere Phase. Angefangen mit dem chilligen „Get Off“ (feat. Tech N9ne), fortgeführt mit dem eher romantischen „Butt Naked Fun“. Das Besondere ist hier, dass Krizz wesentlich mehr singt als rappt, was er auch gut kann, das Interessante dabei ist, dass sich seine Stimme hier viel heller anhört als beim Rappen. Wer offen für R’n’B ist, dem wird dieser Sound liegen, alle anderen, die den üblichen Strange Music Style von z.B. Prozak oder Tech N9ne erwarten, dürften enttäuscht werden. Auch dem Thema Liebe gewidmet, aber von der Art her anders, ist „Love You 2 Death“. Zwar singt Krizz hier auch, doch im Gegensatz zu den anderen Liedern kommt hier eher eine dunkle Stimmung auf, die im Hook, wenn noch andere Sänger hinzu kommen, ihren Höhepunkt erreicht. Dem folgen mit „Misunderstood“ und „Bipolar“ zwei eher fröhlich und amüsante Nummern – was Abwechslung angeht kann man sich auf „Genius“ echt nicht beklagen.

Mit freaky Synthesizern ist „So High“ ausgestattet. Neben Krizz Kaliko stehen hier auch die Kollegen Tech N9ne und Kutt Calhoun am Mic. Jeder der die Jungs kennt und schätzt wird sich sicher schon denken können, was einen erwartet, nämlich eine astreine Rap-Session aus dem Hause Strange Music. „The Chemical“ klingt schon vom Titel her so, als wäre es etwas unangenehmer und so ist es tatsächlich auch. Unmelodische E-Gitarrenriffs begleiten Krizz‘ Gesang, im Refrain krachen sie richtig los, auch wieder mal so ein Titel, der eindeutig Geschmackssache ist, Midwest Fans jedoch liegen sollte. Fast der komplette Rest des Albums entstand mit Tech N9ne an der Seite. Besonders das nicht all zu ernste „Hum Drum“ sticht hier hervor, aber auch das harte „Happy Birthday“ ist noch mal eine gelungene Kollabo, bevor man mit „Choir Boy“. Hierbei handelt es sich um den wohl besten Song der Platte. Schön melodisch und soulfull, noch dazu spirituell und mit einem Chor, der den Refrain zur echten Bombe werden lässt – was für ein Ausklang.

Nach dem zweiten Teil von Tech N9ne’s Collabo Reihe, „Sickology 101“, gelingt Strange Music mit „Genius“ ein weiteres tolles Werk im Jahr 2009. Krizz Kaliko’s Style ist sehr eigen, gerade der viele Gesang wird nicht allen liegen. Diejenigen, die jedoch damit zurecht kommen, dürfen sich auf ein Album freuen, das nie langweilig wird, qualitativ hochwertige Produktionen bietet und mit viel Abwechslung punktet.

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