Freedom von „Akon“

Küstler:
Akon
Redaktions-Wertung:
Titel:
Freedom
Release:
28. November 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

akon-freedom-cd-bewertungendeEr ist in den letzten 5 Jahren zweifelsohne zum König der Hooks geworden, die Rede ist von Aliaune Thiam alias Akon. Nicht nur seine einmalige Stimme, sondern auch sein Gespür für Hits haben den Senegalesen zu dem Superstar gemacht, der er heute ist. Mit „Freedom“ steht nun das langerwartete dritte Album von ihm in den Läden. Schon am Cover erkennt man, dass Akon den Hörer mehr bieten will als seine Ghettogeschichten, sondern erwachsener klingen möchte. Auch der Sound hat sich stark verändert und so trifft man des öfteren auf Songs, die doch eher an Synthie-Pop als an R’n’B erinnern. Die Produktionen stammen alle von Akon selbst, doch er zog sich auch eine Menge Gast-Producer zur Seite, die ihm unter die Arme griffen. Als Gäste sind neben den Standart-Leuten Lil Wayne und T-Pain auch Wyclef Jean oder Kardinal Offishall mit von der Partie.

Die Hitsingle „Right Now (Na Na Na)“ eröffnet „Freedom“ sch sehr verheißungsvoll. Der einfache Refrain sollte für wirklich jeden zum Mitmachen geeignet sein, egal auf welcher Party oder in welchem Club. Auch die schönen, auch sehr flotten und poppigen Melodien reißen einen sofort mit und lassen den Track in Mark und Bein übergehen. „Beautiful“ erinnert mit seinen vielen Synthesizer-Elementen und den rhytmischen Beats sehr stark an Dance-Pop, wirkt sogar fast schon etwas billig, doch dank Akon’s toller Performance, die auch die Gäste Colby O’Donis und Kardinal Offishall etwas in den Schatten stellt, wird auch dieser Track zum wahren Ohrwurm. Auch die nächsten Songs „Keep You Much Longer“ und „Troublemaker“ haben diesen clubtauglichen Charakter, gerade das zweite eignet sich dank gefühlvoller Sounds und dem Duo aus Akon und Sängerin Sweet Rush zum sinnlichen Paartanz.

Leider hat es die Kollabo mit Michael Jackson ja leider nicht auf „Freedom“ geschafft, dafür gibt es mit „We Don’t Care“ einen Song, der etwas an Jacko erinnert. Die Gelegentlichen Gitarreneinsätze wirken teilweise wie aus „Billie Jean“ entnommen und auch die Claps und der Beat klingen etwas nach Jackson in modernem Gewand, was Akon auch toll umzusetzen weiß. Die zweite Single „I’m So Paid“ (feat. Young Jeezy & Lil Wayne) dürfte wohl den Tiefpunkt des Albums darstellen. Allein das Instrumental hört man heute fast auf jedem zweiten Mainstream-South-Album, noch dazu dürften die Texte jedem mit ein bisschen Englischkenntnissen das Wort ‚Ohje‘ über die Lippen laufen lassen. Akon’s Entdeckung T-Pain lässt seinen Sound auf „Holla Holla“ mehr als nur aufblitzen. Der Mann aus Tallahasse, Florida produzierte mit dem für ihn gewohnten chilligen Akustikgitarrensound, dazu ein paar E-Orgel- und Synthesizer-Effekte, was das Ganze zum smoothen Ohrenschmaus macht. Auch der Auftritt der beiden passt wie eh und je, allerdings hätte T-Pain den Auto-Tune vielleicht nicht ganz so extrem aufdrehen sollen.

Die nun beginnende zweite Albumhälfte ist wesentlich ruhiger als die erste und orientiert sich mehr an R’n’B. Eingeleitet wird diese mit dem eher ernsteren und auch leicht dunklen „Against The Grain“ (feat. Ray Lavender), findet in dem Lovesong „Be With You“ einen weiteren kleinen Höhepunkt. Akon wirkt sehr souverän, gleichzeitig aber auch sehr emotional im Refrain. Begleitet wird dies von einem Midtempo-Stück, das sich für die Stunden zu zweit, aber auch fürs Anhören alleine sehr gut eignet. Einen der mit Abstand besten Songs bekommt man gleich als nächstes, nämlich „Sunny Day“, zu hören. Altmeister Wyclef Jean gibt sich hier die Ehre, auf einem Song, der etwas nach einem Mix aus Buschtrommel mit amerikanischem Gottesdienst rüberkommt, eine wirklich wunderschöne Kombination, bei der die beiden Ghetto Boys über ihre Herkunft philosophieren.

Getoppt wird dies sofort mit „Birthmark“, einer traumhaften Gitarrennummer, die einfach unter die Haut geht. Fast unglaublich, aber wahr, Akon schafft es, selbst das noch einmal zu übertreffen, nämlich mit dem aller letzten Track „Freedom“. Es ist aus seichten Melodien gestaltet, die einen berühren, was verbunden wird mit Armeetrommeln, die gleichzeitig Stärke signalisieren. Allein das klingt schon gut, Akon schmettert dazu eine solche tolle Vorstellung hin, dass es einem im Refrain fast die Schuhe auszieht. So muss ein Album enden!

Mit „Freedom“ gelang Akon wohl das bisher beste Album seiner Karriere, das bis auf die etwas zu geringe Abwechslung in der ersten Albumhälfte kaum Kritik einstecken muss. Lyrisch orientiert sich Akon mehr an der Damenwelt als am Ghetto, doch das ist in Ordnung und dürfte gemeinsam mit dem neuen Sound für eine etwas ältere Zielgruppe interessant sein und daher nicht nur die alten Fans zufrieden stellen, sondern vielleicht auch ein paar neue hinzugewinnen.

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