Face Off von „Bow Wow & Omarion“

Küstler:
Bow Wow & Omarion
Redaktions-Wertung:
Titel:
Face Off
Release:
11. April 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

bow-wow-omarion-face-off-cd-bewertungen-deDie einstigen Teeniestars Bow Wow und Omarion sind erwachsen geworden und präsentieren uns nach ihrer gemeinsamen Single „Let Me Hold You“ aus 2005 nun gleich ein komplettes Album mit dem Titel „Face Off“. Dass die Zöglinge von Jermaine Dupri und P. Diddy damit eine der besten R’n’B-Platten des Jahres raushauen ist dabei eine kleine Überraschung, aber natürlich eine gern gesehene. Sound technisch bewegt man sich in einem Mix aus R’n’B und Mainstream-Hip Hop, geschaffen von einer ganzen Palette von Producern, nämlich T-Pain, Timbaland, Neptunes, Scott Storch, Jim Jonsin, Koolade und so manch anderem.

Wer hier eine lyrische Offenbarung erwartet, wird enttäuscht werden. Auch wenn die Jungs die Volljährigkeit bereits überschritten haben, drehen sich ihre Songs eigentlich nur um Girls und die eigene Selbstdarstellung, darüber kann man jedoch hinwegsehen, denn Ghettostories oder Ähnliches würde man den beiden Jungmillionären ja eh nicht abkaufen. Nach dem doch recht enttäuschenden Introsong „Face Off“, der mit Abstand der schwächste der gesamten Platte ist, folgen 11 Tracks, die es wirklich in sich haben.

„Hood Star“ zeigt die etwas im Hip Hop Style gehaltene Seite von „Face Off“. Hierfür produzierte Scott Storch ein sehr Synthie lastiges Brett mit ordentlich Bass, das schon recht viel Spaß macht. Bow Wow steht hier etwas im Vordergrund, Omarion unterstützt ihn mit seinen Gesangseinlagen perfekt. Eindeutig in Richtung R’n’B geht dafür das schon etwas länger bekannte „Girlfriend“, welches mit einer schönen Streicher-/Piano-/Synthesizer-Kombination besticht und Omarion’s Stimme gut zur Geltung bringt, jedoch auch Bow Wow’s Vers ist nicht zu verachten.

Sehr clubtauglich kommt „Hey Baby (Jump Off)“ um die Ecke, dessen Kickbeats in Zusammenspiel mit freshen Scratches und einer energiegeladenen Hintergrundmelodie sofort zum Tanzen einladen. Der von T-Pain produzierte Slow Jam „He Ain’t Gotta Know“ ist dank seiner angenehmen Grooves und besonders Omarion’s tollem Gesang die perfekte Nummer zum Entspannen, bevor es mit dem Kracher „Bachelor Pad“ weitergeht.

Der Name Timbaland spricht bei diesem Track für sich, denn dessen Sound hört man sofort heraus. Timbo’s typische Club-Bassline kommt hier zum tragen, dazu gibt’s wie üblich abgefahrene Klänge und sehr elektrische Elemente, die doch recht ordentlich pumpen, wobei besonders gefällt, dass die Vocals der beiden Artists gleich verteilt sind. „Listen“ und „Can’t Get Tired“ sind wie die Namen schon verraten zwei Songs mit sehr viel R’n’B-Einfluss. Wo erstes noch ein bisschen Power hat, ist Zweiteres eine sehr gefühlvolle und melodische Nummer, allerdings hätte Bow Wow lieber Omarion den Löwenanteil überlassen sollen, denn seine langsamen Rhymes sind jetzt nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, wird von seinem Buddy jedoch noch gerettet.

Was für tolle Hechte die beiden doch sind, erzählen sie uns mit „Number Ones“, einem feurigen Uptempo-Track, der sofort in Mark und Bein übergeht und einen Bow Wow zeigt, der mit schnellen Raps die Fehler vom vorherigen Song locker wieder wett macht. Omarion’s spanischer Refrain sorgt zusätzlich für etwas Latin-Flair, was das Lied noch weiter aufpeppt. Nach dem chilligen „Baby Girl“ folgen auch schon die letzten beiden Lieder, des leider nicht all zu lang gewordenen Albums.

Sinnliche Gitarrenrhythmen gepaart mit straffen Beats verleihen „Take Off Your Clothes“ sowohl Erotik als auch einen Charakter, der sich hervorragend für Club und Party eignet, wozu die beiden Youngsters zeigen, dass sie ein echtes Dream Team sind. Closer „Another Girl“ hat ein wieder sehr elektrisches und von dynamischen Synthies geprägtes Instrumental, das die Hip Hop-Seite von „Face Off“ noch einmal etwas hervorhebt und diese Scheibe großartig ausklingen lässt.

Im Großen und Ganzen wurde „Face Off“ mehr als zufriedenstellend. Es verbindet gekonnt Hip Hop mit R’n’B und ist dabei doch recht abwechslungsreich. Besonders bemerkenswert ist, dass die beiden komplett auf Features verzichtet haben, was die Sache zusätzlich aufwertet. Wem die 12 Tracks nicht genug sind, der sollte sich mal nach der Deluxe Edition des Albums umschauen. Diese beinhaltet zusätzlich die Songs „Lights, Camera, Action“ und „Let Me Hold You“, sowie 3 Remixes zu „Girlfriend“ und eine komplette Bonus-DVD.

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