Kritik | Epic von “R. Kelly”

Küstler:
R. Kelly
Redaktions-Wertung:
Titel:
Epic
Release:
17. September 2010
LeserInnen-Wertung:

Lange Zeit war es still um R. Kelly. Der Sänger hatte mit Sex-Vorwürfen zu kämpfen und musste sich wegen angeblicher Videos mit Minderjährigen mehrmals vor Gericht verantworten, da ist es verständlich, dass die Kreativität ein wenig leidet. 2010 präsentiert er nun sein Album „Epic“, das aber nicht so neu ist, wie man vielleicht erwartet, sondern vielmehr ein Best-of-Werk mit einigen neuen Tracks darstellt. Genau genommen ist es Teil einer Trilogie, die noch in diesem Jahr komplett erscheinen soll. Die nächsten beiden Alben heißen „Love Letter“ und „Zodiac“. Erste Singles wurden bereits jetzt veröffentlich, obwohl „Epic“ gerade erst in den Startlöchern steht. R. Kelly weiß also, wie er sich wieder ins Gespräch bringen kann.

Man darf auch nicht vergessen, dass er bereits seit fast 20 Jahren im Geschäft und mit seinen 43 Jahren auch nicht mehr der Jüngste ist. Er möchte den Thron zurück und legt sich dafür mächtig ins Zeug. „Epic“ beginnt mit der Prelude „Heal It“ und jeder Menge Gospel, worauf „Signs Of A Victory“, die offizielle Hymne zur Fußball WM 2010, folgt, die R. Kelly selbst geschrieben und produziert hat. Afrikanische Einflüsse sind sofort erkennbar und machen den Refrain sehr eingänglich. Auch wenn es dieses Jahr so viele WM-Songs wie nie zuvor gegeben hat, kann R. Kellys Hymne überzeugen. Der Song geht direkt in „I Believe“ über, den der Amerikaner anlässlich der Wahl von Barack Obama verfasst hat. Er fühlte sich am Wahlabend inspiriert und wollte unterstreichen, dass jeder alles erreichen kann. Die Nummer hat es in die deutschen Charts geschafft, war aber erstaunlicherweise nicht in den amerikanischen Billboards vertreten.

Es folgen „World’s Greatest“ aus dem Jahr 2000, „Victory“, „Peace“ von 2004 und „Turn Back The Hands Of Time“ von 1999, bis mit “Fireworks” wieder ein neuer Song zu hören ist. Es klingt, als wäre Robert Sylvester Kelly nie weg gewesen und amerikanische Fans haben sich deshalb wie Raubtiere auf jeden neuen musikalischen Schnipsel gestürzt. „Spirit“ ist dann wieder ein älterer Song von der Platte „Happy People/U Saved Med“ (2004), während „I’m Your Angel“, ein Duett mit Celine Dion, sogar bis ins Jahr 1998 zurückreicht. Nach „Can U Feel It“ kommt schließlich der R. Kelly-Song schlechthin: „I Believe I Can Fly“.

All das reicht für mich aber leider nicht, um in Begeisterung auszuarten. Noch bin ich mir nicht ganz sicher, was hinter der Trilogie steckt und so sage ich: Nettes Best-of-Album mit einer Prise R. Kelly 2010. Mehr aber leider nicht.

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