D.N.A. von „Mario“

Küstler:
Mario
Redaktions-Wertung:
Titel:
D.N.A.
Release:
30. Oktober 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

mario-cd-bewertungen-de.jpgNach einer Pause von fast genau 2 Jahren kehrt R’n’B Youngster Mario mit seinem bereits schon vierten Longplayer „D.N.A.“ auf die Bühne zurück. Da 2009 in Sachen Soul ja lange nicht so viele hochklassige Veröffentlichungen hatte, wie die beiden Jahre davor, könnte dies also die große Chance für Mario sein, endlich vom Sternchen zum Star aufzusteigen, denn trotz seiner nun doch schon recht langen Karriere war er bisher eher ein kleiner Fisch neben den großen Jungs wie Usher oder R. Kelly. Um nichts anbrennen zu lassen, lud der 23-jährige sich die derzeitige Creme de la Creme der R’n’B Produzenten ein, darunter u.a. The Runners, Jim Jonsin, Tricky Stewart, Dre & Vidal oder Stargate.

Fans von Mario dürften bereits die Single „Break Up“ kennen, sie eröffnet das Album. In den USA noch recht erfolgreich, dürfte diese Nummer bei uns eher nicht all zu gut ankommen. Der dumpfe Beat passt zwar recht gut zu Feature Gucci Mane’s Stimme, Mario’s helles Organ wirkt hier jedoch völlig fehl am Platz und so kommt keine wirkliche Harmonie auf, auch die Verpflichtung von Sean Garrett als Gast Nummer 2 war nicht gerade ein Glücksgriff. Miami’s Hitmaschine The Runners sind die Verantwortlichen für „Thinkin‘ About You“. Hier kann Mario doch wesentlich mehr auftrumpfen. Smoother, dennoch sinnlicher Bass und dazu die von den Runners gewohnt sommerlichen und sehr freshen Synthie-Sounds, das klingt doch gleich viel besser als zuvor. „Get Out“ hingegen wäre eher was für Clubs. Das Instrumental poltert hier mit wuchtigen und tiefen Beats aus dem Subwoofer, Richtung Refrain wird dann die Elektronik wieder voll aufgedreht und bietet einiges an netten Effekten, die sich teilweise schon recht weit vom klassischen R’n’B entfernen. Insgesamt eine ordentliche Nummer, aber kein echter Hit. Mehr nach Pop klingt die Ballade „Soundtrack To My Broken Heart“, recht flott, dennoch gefühlvoll und auch Mario liefert hier eine seiner besten Performances.

Wo bis hier her die Produktionen noch sehr abwechslungsreich waren, wird die Mitte der Platte eher weniger spektakulär. „Starlight“ ist zwar auch ein fetziger Clubsong mit Hang zum Pop, erinnert aber etwas zu sehr an Ne-Yo’s „Closer“, auch die ruhig gehaltenen „Stranded“ und „Ooh Baby“ sind zwar alles andere als schlecht, aber das Selbe hat man vorher schon auf zig anderen Alben gehört, was sicher damit zusammenhängt, dass Mario die gleichen Producer verpflichtete wie so ziemlich jeder andere. Das dritte und letzte Feature findet man mit dem noch unbekannten Big Sean, der bei „Before She Said Hi“ mit von der Partie. Besonders die coole Jungle-Drum bildet einen markanten Part dieses Liedes, ein emotionales Melodienmeer aus den geschickten Händen von Dre & Vidal tut sein Übriges zu diesem doch sehr gelungenen Song, bei dem sowohl Mario mit seinem Gesang, als auch Big Sean mit seinem lässigen Rap überzeugen können. Fast schon bescheiden wirkt dagegen die Produktion von „I Choose You“, bei der ein entspanntes Akustikgitarrenspiel im Vordergrund steht und dezent gehaltenen Synthies im Hintergrund beinhaltet. Doch genau so etwas ist oftmals das richtige Rezept und so ist dieser Titel auch auf „D.N.A.“ eines der Highlights. Leider fehlt den restlichen Songs der Platte wieder dieses Format, lediglich der mit Gefühlen vollgepackte Slow Jam „Don’t Walk Away“ kann noch vollends überzeugen, alles andere fällt wieder unter die Kategorie: ganz nett, aber alles schon mal dagewesen.

Mit „D.N.A.“ ist Mario ein recht ordentliches, jedoch nicht herausragendes Album gelungen. Zum einen liegt es sicher an den Produktionen, die oftmals nicht innovativ genug sind, sondern eher nach solidem Standart klingen, zum anderen ist es aber auch Mario selbst, denn seine Stimme hat eben leider nicht ganz das Volumen der großen Stars, was gerade im Soul-Bereich ja äußerst wichtig ist. Wer Mario’s Musik bisher toll fand, wird auch hier sicher zufrieden gestellt werden, denn große Quantensprünge hat der Junge in den letzten 2 Jahren keine gemacht. Für den Rest gilt: „D.N.A.“ ist eine nette Platte für zwischendurch, die man sich ohne schlechtes Gewissen sicher einmal ins Regal stellen kann, jedoch auch nicht all zu viel verpasst, wenn man es lässt.

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