Kritik | Revelation Pt. 1: The Root Of Life von „Stephen Marley“

Küstler:
Stephen Marley
Redaktions-Wertung:
Titel:
Revelation Pt. 1: The Root Of Life
Release:
20. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wie sein älterer Bruder Ziggy droppt auch Stephen Marley im Sommer 2011 ein neues Album. Nach „Mind Control“ ist „Revelation Pt. 1: The Root Of Life“ die zweite LP in der Karriere des 39-jährigen Reggae-Musikers. Da der Name Marley ja fast schon ein Gütesiegel für gelungene Sounds ist, sind die Erwartungen an dieses Werk natürlich recht hoch, testen wir doch gleich mal, ob die mit 14 Songs bestückte Platte diesen Stand halten kann.

Als Opener dient „Made In Africa“, ein ruhiger und gefühlvoller, aber auch nachdenklicher Einstand, der die traurige Geschichte, aber auch die Liebe zum schwarzen Kontinent aufzeigt. Während die Strophen von Stephen langsam und traurig erscheinen, sind die von Feature Wale mit viel Power und Energie ausgestattet, hinzu kommt noch der Cast of Fela, ein Chor, der dem Ganzen noch zusätzliche Emotion verleiht. Deutlich entspannter sind im Vergleich dazu Lieder wie „False Friends“ oder „Break Us Apart“ (feat. Capleton), die im weitläufig bekannten, sehr sommerlichen Reggae-Flavor gehalten sind. Fast das Selbe gilt für „Can’t Keep I Down“, welches jedoch ein gutes Stück flotter durch den Speaker dröhnt und dank viel Mundharmonika-Einsatz zum Garant für gute Laune mutiert. Eine tolle Kombination aus Reggae und R&B erleben wir mit „No Cigarette Smoking (In My Room)“. Für einen Lovesong mag der Titel zwar etwas ungewöhnlich klingen, doch wenn man die soften Vibes spürt und dem gelungenen Duett von Stephen Marley und Melanie Fiona lauscht, weiß man, dass hier alles richtig gemacht wurde.

Härter und mit dickem, elektronischen Beat geht „Jah Army“ etwas in Richtung Ragga und hat eine dicke Portion Wums im Gepäck. Zusammen mit Bruder Damian und Buju Banton zeigt Stephen Marley Loyalität zu Rastagott Jah, wobei besonders die Performances der Gäste mit viel Herzblut und Kraft beeindruckend sind. Der Text zu „Pale Moonlight“ kommt dem ein oder anderen sicher schnell bekannt vor, denn er stammt ursprünglich von Bob Marleys „How Many Times“. Stephens Version ist ein wenig schwungvoller und schöner anzuhören, was insgesamt ein frisches, aber auch gefühlvolles Liebeslied zum Ergebnis hat. Gefühlvoll ist auch bei „She Knows Now“ das richtige Stichwort. Recht schlicht, eigentlich fast nur auf Akustikgitarren basierend, entfaltet dieses Stück über das gebrochene Herz einer jungen Lady schnell seine traurige Atmosphäre. Nachdem auf „Selassie Is The Chapel“ (feat. Ziggy Marley) Haile Selassie gehuldigt wurde, beginnt so langsam aber sicher die Schlussphase des Albums. Hier ist besonders „Working Days“ beeindruckend. Das liegt zum einen an den Lyrics, die den Leuten Kraft geben sollen, aber auch an dem wirklich wunderbaren Instrumental, das sich schnell den Weg in Gehör und Herz bahnt, da dessen Kombination aus Saxophon, Keyboard und Drums schlicht und einfach ergreifend ist. Zwischendurch wird der Takt ein wenig erhöht, immer genau dann, wenn Dancehall-Artist Spragga Benz am Mic steht. Seinen Ausklang erhält „Revelation Pt. 1: The Root Of Life“ mit einem erneut ruhigen und nachdenklichen Stück, nämlich „Now I Know“.

Stephen Marley enttäuscht mit seiner neuen Platte definitiv nicht, besser gesagt: er begeistert. Das Album überzeugt nicht nur durch den Gesang und die Musik, sondern weiß auch mit viel Abwechslung zu glänzen. Egal ob typisch Reggae, ob Lovesong oder Sommerhit, wirklich alles ist dabei und auch alles ist gelungen. Wer also auf die Marleys steht, kommt an „Revelation Pt. 1: The Root Of Life“ definitiv nicht vorbei.

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