Kritik | Live Forever von „Bob Marley & The Wailers“

Küstler:
Bob Marley & The Wailers
Redaktions-Wertung:
Titel:
Live Forever
Release:
18. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Zu Bob Marley muss man nicht viel sagen. Der Mann war legendär, besonders in der Kombo „Bob Marley and The Wailers“. Seit seinem Tod sind mittlerweile knapp 30 Jahre vergangen (11. Mai) und dennoch ist er nach wie vor untrennbar mit dem Reggae und dem Lebensgefühl dieser Musikrichtung verbunden. Sein letztes Konzert fand am 23. September 1980 im Benedum Center in Pittsburgh, Pennsylvania statt und genau dieses wurde nun auf einer CD verewigt. „Live Forever“ umfasst 20 Titel auf 2 CDs und noch nie veröffentlichte Aufnahmen, die im Rahmen der „Uprising-Tour“ entstanden sind.

Darunter sind unvergessliche Live-Performances wie „No Woman No Cry“, „Is This Love“, „Crazy Baldhead“ und „Coming In From The Cold“, die für Fans von Bob Marley angesichts seines 30. Todestages ein ganz besonderes Geschenk sein dürften. „Get Up Stand Up“ hat dabei eine ganz eigene Tragik, denn der Song ist nicht nur der Letzte auf „Live Forever“, sondern zugleich auch der Letzte, den Marley vor seinem Tod live vor Publikum gesungen hat. Ein knappes halbes Jahr später erlag der „Godfather Of Reggae“ seinem schweren Krebsleiden. Leider nicht, wie gewünscht, in seiner Heimat Jamaika, sondern in Florida, da sein Körper für den Flug zu sehr geschwächt war.

All das kann man ein wenig ausblenden, wenn man „Live Forever“ hört, denn hier scheint Bob Marley wieder auf der Bühne zu stehen, als wäre es gestern. Auch, wenn wohl jeder der Beteiligten wusste, dass es das letzte gemeinsame Konzert sein würde. Und auch, wenn man teilweise hört, wie ihm die Puste ausgeht. Seine Schmerzen hat er sich dennoch nicht anmerken lassen, sie gipfeln eher in eine völlig neue Intensität, die diesem Album etwas Einmaliges verleiht und es zu einem wirklichen Muss für Fans macht. Sicher gibt es eventuell bessere Live-Alben vom Meister, wie beispielsweise „Babylon by Bus“ von 1978 oder „Live at the Roxy“ von 1976, aber angesichts des Wissens, das man heute hat, packt einen schon die Gänsehaut, wenn man sich durch die 20 Tracks hört.

Obwohl „Live Forever“ bei Weitem nicht das erste posthume Album bzw. die erste posthume Kompilation von Bob Marley ist, ist es doch ein Werk, das in keiner Reggae-Sammlung fehlen sollte. Intensiv und bewegend!

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