Kritik | Screaming Bloody Murder von „Sum 41“

Sum 41 verbindet man mit Songs wie „Fat Lip“ oder „In Too Deep“ und damit Tracks, die bereits knapp zehn Jahre zurückliegen. In Deutschland hat man zuletzt 2007 von den kanadischen Punkern gehört, ihr Album „Underclass Hero“ wurde hierzulande zu ihrem erfolgreichsten überhaupt und schaffte es bis auf Platz 10 der Media-Control-Charts. In den ihrer Heimat Kanada sogar bis auf Platz 1. Frontmann Deryck Whibley machte danach eher mit seiner recht kurzen Ehe zu Sängerin Avril Lavigne Schlagzeilen als mit seiner Musik, was 2011 aber nun endlich vorbei ist.

Denn bereits im Februar haben die Jungs von Sum 41, in teilweise neuer Besetzung, endlich ein weiteres Album veröffentlicht, an dem sie seit Mitte 2008 gearbeitet haben. Es ist ihr insgesamt Fünftes und trägt den Titel „Screaming Bloody Murder“. Warum die Arbeit so viel Zeit in Anspruch genommen hat, liegt an den vielen Zwischenfällen, die sich in den letzten drei Jahren ereignet haben: Drummer Steve hatte einen Autounfall, Deryck wurde bei einem Auftritt in Japan von Unbekannten attackiert und es gab diverse Verletzungen, die immer wieder für Verzögerungen sorgten. Die erste Single „Skumfuck“ wurde aber bereits im Sommer 2010 auf iTunes veröffentlicht und sorgte für recht gute Kritiken.

Nun ist das ganze Album zu haben und die 14 Songs erinnern nur noch wenig an die Sum 41 von einst. Die Jungs sind erwachsen geworden und ihr wilder Punk hat sich verändert. Das ist aber nichts Schlechtes, sondern eine ganz normale Entwicklung, die „Screaming Bloody Murder“ eine neue, besondere Qualität verleiht. 2001 klangen Sum 41 eben noch wie eine typische Highschool-Band, waren deutlich chaotischer und spielfreudiger. Mittlerweile ist Sänger Deryck aber auch schon 31 und damit haben sich auch die Themen verändert, über die „gepunkt“ wird. Nichtsdestotrotz sind auf „Screaming Bloddy Murder“ wirklich tolle Punk-Songs zu finden, deren Anspruch hoch ist. Das Album steht „Underclass Hero“, seinem Vorgänger, damit in nichts nach.

Denn bereits der Opener „Reason To Believe“ zeigt, das Sum 41 sich vom Punk etwas mehr in Richtung Rock/Alternative entwickelt haben. Zwischendrin wird der Song sogar ruhiger, was auf der Scheibe häufiger passiert und der Band richtig gut steht. Das zeigen auch die Titel „What Am I To Say“, „Crash“ und „Exit Song“, die deutlich langsamer und sanfter sind, als man es von den Jungs gewohnt ist. Im Gegenzug können sie aber auch richtig schön derbe und krachig sein, verleihen dem Album mit Tracks wie „Sick Of Everyone“ oder „Back Where I Belong“ einen ordentlichen Schliff. Zwischendrin punkten geniale Nummern wie „Blood In My Eyes“ und die der Titelsong „Screaming Bloody Murder“.

Alles in allem ein starkes und überraschendes Album, mit dem man nicht gerechnet hätte! Das lange Warten hat sich ganz offensichtlich gelohnt und dürfte auch die derzeitige Tour der Band interessant machen. Im Juni spielen Sum 41 übrigens beim Hurricane Festival und beim Southside Festival, im Juli sind sie dann beim Happiness Festival dabei!

P.S. Wer sich einen kleinen, großen Eindruck machen will: Auf http://sbm.sum41.com/ kann das Album komplett gehört werden!

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