Tomorrow von „Sean Kingston“

Küstler:
Sean Kingston
Redaktions-Wertung:
Titel:
Tomorrow
Release:
18. September 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

sean-kingston-tomorrow-cover-cd-bewertungen-deBisher hat Sean Kingston sechs Millionen Singles verkauft. Es war der Hit „Beautiful Girls“, der dem 20jährigen Reggae-Sänger aus Jamaica zu seiner bisherigen Bekanntheit verhalf – viereinhalb Millionen Klingeltöne.

“Tomorrow” nun ist sein neues Album, im September erschienen. Beschwingt im Rhythmus und mit klarer Stimme glänzt er und lässt den Hörer aufhorchen. Das Produzententeam – unter ihnen Fernando Garibay, der auch bei den neuesten U2-Projekten mitwirkte, Lucas, RedOne, DJ Frank E (Leitung: Jonathan Rotem) – zeichnet für ausgelassene und spielerische Soundtracks zu Kingstons Liedern verantwortlich. Die Texte von „My Girlfriend“ oder „Island Queen“ lassen vermuten, dass er noch zu Höherem hinaus will, thematisiert er dort schon reifere Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht, wie es aus der Sicht eines zwanzig Jahre älteren Sängers möglicherweise einen authentischen Hörereindruck hinterlassen würde.

Nichtsdestotrotz – „Island Queen“ vermittelt einen erfrischenden Gesamteindruck und „Ice Cream Girl“ lässt sogar einen Hauch der Unschuld aufkommen, wenn es darum geht, der Zeit vor dem Erwachsenwerden nicht wirklich entfliehen zu wollen. Kingston gibt diesem Lied eine ganz eigene Prägung und lässt vergessen, dass er hier Wyclef Jean covert. Es sind ungeahnte Gefilde für den Hörer, in die sich der reifende Künstler begibt – aber sie künden zugleich von einem Reifeprozess, der eine gewisse Sehnsucht nach Ernsthaftigkeit anmuten lässt. Das Album zeugt von jugendlichem Ehrgeiz auf dem Weg zur musikalischen Reife – doch bleibt nicht ohne Spiel und Leichtigkeit.

Vernachlässigt man einen eher zu dick aufgetragenen Rocksound bei „Shoulda Let U Go“, trägt sich Kingstons neues Album durch kompositorische Schlüssigkeit – nicht, ohne völlig einen Anspruch zu erreichen. Für Freunde karibischen Charmes in jedem Fall lohnend. Der junge Musiker vermag es zwar in „Tomorrow“, sein Talent für Gesang und sein Gespür für Musikalität in einige Höhepunkte umzusetzen, jedoch wird ihm der geneigte Hörer doch noch eine gewisse Ausbaufähigkeit bescheinigen. Die Hoffnung bleibt, dass Kingston davon Gebrauch macht.

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