Kritik | Tomorrow Morning von “Eels”

Küstler:
Eels
Redaktions-Wertung:
Titel:
Tomorrow Morning
Release:
20. August 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Die Trilogie findet ein Ende. Nach “Hombre Lobo” und “End Times” präsentiert Mark Oliver Everett mit „Tomorrow Morning“ sein drittes Album innerhalb weniger Monate. Es scheint, als er hätte zu viele Texte in seinem Kopf, zu viel Rhythmus in seinen Finger. Denn während andere Stars teilweise Jahre brauchen, um ein neues Album zu präsentieren, ist Everett kaum zu bremsen. „Tomorrow Morning“ beschreibt in seiner Trilogie den Neuanfang, eine neue Chance. Wer 14 fröhliche und optimistische Songs erwartet, dürfte aber etwas enttäuscht sein. Oder muss mehr als ein Mal hinhören.

Das Album beginnt instrumental mit „In Gratitude For This Magnificent Day“ und auch die restlichen Tracks klingen, als hätte man jemanden gezwungen, sich an ein Keyboard zu setzen und die einzelnen Tasten zu erforschen. Dazwischen dann diese markante Stimme, die mal schreit, mal fleht, mal nach Schwermut klingt. Keine Frage. Einen Song von Eels würde man unter einer Million heraushören.

Zu den großartigsten Stücken auf „Tomorrow Morning“ zählen „I’m A Hummingbird“, bei dem man glaubt, im Hintergrund würde ein Orchester proben, „Baby Loves Me“, bei dem einem Mark Oliver Everett fast schon seinen Willen aufzwingt und den Titel des Songs voller Gewalt singt, „Spectacular Girl“, eine melodiöse Nummer voll Sanftheit, „This Is Where It Gets Good“ mit hypnotisierendem Beat, das verspielte „Oh So Lovely“ und „Mystery Of Life“. Man könnte also sagen, dass die Stärke des Albums im Mittelteil liegt. Das wäre aber viel zu oberflächlich, denn wie auf magische Weise entwickelt jeder Track ein Eigenleben und prägt sich ein.

Mark Oliver Everett ist ein Spielkind. Ob Streicher, Gitarre, Klavier, spacige Töne, Gospel, Pop oder Rock’n’Roll – nichts bleibt unberührt, nichts wirkt konventionell. Die musikalische Bandbreite von Eels entführt in eine ganz eigene Welt, die ganz sicher nicht jedem zusagt, aber für ein paar Stunden herrlich bunt und anders erscheint. „Tomorrow Morning“ ist kein Charts-Stürmer, sondern etwas für Liebhaber und Träumer. I Like The Way This Is Going hört man Everett da sagen.

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