The Runaway von „The Magic Numbers“

Küstler:
The Magic Numbers
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Runaway
Release:
23. Juli 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Wenn man die CD einer unbekannten Band einlegt, hofft man immer auf ein wenig Magie und darauf, dass sich hinter dem Stück Kunststoff mit dem Loch in der Mitte ein Schatz verbirgt. So ging es mir zumindest, als ich das Album „The Runaway“ von The Magic Numbers in den Händen gehalten hab. Und tatsächlich. Schon nach den ersten Tönen hat das Quartett seinem Namen alle Ehre gemacht und ich bin hellhörig geworden. Sehr sogar!

Aber wer sind The Magic Numbers überhaupt? Die Band besteht aus den Geschwisterpaaren Michele und Romeo Stodart und Angela und Sean Ganno aus London, die aktuell als Vorband für Damien Rice auftreten. Sie haben bereits zwei Alben herausgebracht, die mal eben komplett spurlos an mir vorbeigegangen sind, was nicht verwundert, denn alle bisherigen Singles haben es nur im UK in die Charts geschafft. Beim dritten Werk soll sich das nun ändern. Zumindest für mich.

Umrahmt von Streichern, mit ein wenig Indie-Rock, Sixties-Folk und eingängigen Melodien lässt das Quartett einen längst vergessen geglaubten Sound ertönen, der stark an die Glanzzeiten von The Mamas and the Papas und The Beach Boys erinnert. Leicht, harmonisch, fast schon majestätisch. Bereits der Opener „The Pulse“ ist ein Werk, dem man sich nicht entziehen kann und für mich zugleich der stärkste Titel auf dem Album. Auch „Hurt So Good“, „Throwing My Heart Away“ und „Restless River“ zählen zu meinen Favoriten. Dazwischen hat „The Runaway“ ein paar Schwachstellen, die das Album aber nicht zwingend schlechter machen.

„Only Seventeen“ erinnert bei den ersten Tönen ein wenig an „Playground Love“ von Air, entwickelt sich aber zu einer eigenständigen, sanften Ballade. Ähnlich wie „Sound Of Something“. Der Refrain bleibt wie bei „The Pulse“ hängen und der schnelle Rhythmus lässt den Song etwas poppiger und moderner wirken. Die restlichen Tracks sind chillige Nummern, die aber nicht so prägnant sind, wie die ersten Songs auf dem Album. Alles in allem überzeugt mich die Scheibe sehr. Der melancholische, gefühlvolle Sound berührt und hat mir mal wieder bewiesen, dass sich ein Blick über den Tellerrand lohnen kann.

Einziger Wehrmutstropfen: Robert Kirby, der Orchester-Arrangeur und das unsichtbare fünfte Bandmitglied von The Magic Numbers ist im letzten Jahr verstorben, weshalb man in Zukunft auf seine melodiösen Einflüsse verzichten muss. Mit „The Runaway“ hat er sich jedoch ein Denkmal gesetzt, das ihn unvergessen machen wird.

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