The Long & Dangerous Sea von “Moke”

Küstler:
Moke
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Long & Dangerous Sea
Release:
30. April 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Wer die niederländische Band „Moke“ bislang nicht kennt, sollte sich unbedingt das neue Album „The Long and Dangerous Sea“ zulegen. Das zweite Studioalbum der Band legt den nächsten Stein zum großen Erfolg. „Moke“ spielten mitunter im Vorprogramm von Paul Weller, Amy McDonald und Keane. Das Quintett nannte sich nach dem Spitznamen der Stadt Amsterdam. Angeführt wird „Moke“ von dem aus Belfast stammenden Frontsänger und Songwriter Felix Maginn.

Obwohl das CD-Booklet sehr minimalistisch gehalten wurde, ist es mit dem Sound der Jungs nicht so bestellt. Obwohl der Eindruck entsteht, es könnte sich bei dem Album teilweise wirklich um eines von Keane handeln, sind die Songs deswegen nicht abzuwerten. Sie tragen immer noch einen gewissen Eigencharakter mit sich. Die Einflüsse von Maginn sind unverkennbar. Der Sound von Moke richtet sich ein wenig nach feinstem Brit-Pop mit Einflüssen von New Wave. Nur das der Brit-Pop nicht aus Großbritannien kommt, sondern aus Holland.

Der Longplayer hat inklusive der Bonustracks 15 Lieder zu bieten. Der gleichnamige Titelsong gibt jedem etwas auf die Ohren. Klare Gitarrensounds, die ein wenig an die Gitarre von Peter Hook (New Order) erinnern. Das Lied „Switch“ ist im typischen Brit-Pop-Sound mit einzelnen Passagen eines Syntheziser. „Love my Life“ ist ein wenig verträumter, dafür aber mit eines der guten Stücke auf dem Album. „Black und Blue“ könnte ebenso von den Simple Minds stammen. Auch die Klangfarbe des Sängers klingt rauer.

Leise und bedächtig kommt „Nobody’s Listening daher. Die Stimme des Sängers ist bei dem Song in den Vordergrund gerückt, er wird lediglich einem Klavier begleitet und Streicher wurden hinzugefügt, um ein großes Finale einzuleiten. Schon allein für dieses Werk könnte man die Wertung „neun“ vergeben. Nachdem der Zuhörer in einer melancholischen Stimmung verweilt, wird er mit „Window of Hope“ wieder aufgebaut. Spätestens hier beginnt die Reise ins Ungewisse und „Moke“ sind dabei die Reiseleiter. Eine Mischung Coldplay und U2 lässt sich bei dem Titel „Ghost“ vermuten. „Terrible End“ hingegen rockt und lässt die Füße wibbeln, das bisschen U2 der 1980er steht dem Lied ganz gut.

„Heaven“ hätte man sich jedoch sparen können, da es nicht zum Spannungsaufbauenden Gesamtkonzept passt. Wobei sich „Lament“ wieder wunderbar einfügt. Vielleicht hatte man sich während der Reise verirrt und ist jetzt wieder auf dem richtigen Weg. Die ruhigeren Titel sind keine wirkliche Stärke von „Moke“, was man klar an „Emigration Song“ und „Last Chance“ erkennen kann. Die Ballade „This Plan“ sammelt jedoch wieder Pluspunkte. „Here comes the Summer“ erinnert wirklich an den Sommer. Der Abschluss bildet der Track „The Long Way“,der ein Mitschnitt einer Live-Aufnahme ist.  Abschließend ist „The Long and Dangerous Sea“ ein gelungener und abwechslungsreicher Longplayer, welcher auf „mehr“ hoffen lässt. Vielleicht können die Holländer Musikgeschichte schreiben, das Potenzial ist da.

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