Scream von „Chris Cornell“

Küstler:
Chris Cornell
Redaktions-Wertung:
Titel:
Scream
Release:
6. März 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

chris-cornell-scream-cd-bewertungenChris Cornell Fans aufgepasst, jetzt müsst ihr stark sein. Das Ex-Audioslave-Mitglied unterzog sich unter den Fittichen von Star-Producer Timbaland einem kompletten Wandel. Auf seinem nun dritten Album „Scream“ bekommt man viel Pop und nur wenig Rock geboten, da passt das Artwork mit zertrümmerten E-Gitarren wie die berühmte Faust aufs Auge. Solch einen Genrewechsel sollte man sicher jedem Künstler einmal zugestehen, denn wer will schon ein Leben lang immer in eine Schublade gesteckt werden? Allerdings ist dann hinterher natürlich die Frage, ob dies dann auch wirklich klappt. Gerade bei einem Produzenten wie Timbaland hat man es nicht leicht, der Musik seinen eigenen Stempel aufzudrücken.

13 Songs + 1 verstecker Bonus Track bringt „Scream“ auf die Waage bei einer Spielzeit von über einer Stunde. Los geht’s gleich mit der Single „Part Of Me“, die bei uns ja relativ gut ankam und einen gut auf das Folgende einstellt, nämlich Timbaland’s dominierende Drum Machine, ein bisschen E-Gitarreneinsatz und dazu Chris Cornell’s raue Stimme, die hervorragend damit harmoniert. Auch „Time“ bietet diesen schnörkellosen Pop, ist schön melodisch, recht pfiffig und ist wie der Rest des Albums dafür gemacht, es sich in jeder erdenklichen alltäglichen Situation anzuhören, egal ob im Auto, auf dem i-Pod oder bei der Hausarbeit. Sehr clubtauglich präsentiert sich uns Chris mit „Get Up“, bei dem Timbaland auch stimmlich zum Einsatz kommt. Das Stück geht mehr in Richtung R’n’B und erfüllt dank Timbo’s Gespür für genau dieses Genre auch perfekt seinen Zweck.

„Never Far Away“ zählt zweifelsohne zu den schönsten Songs dieser Platte. Hier wird ausnahmsweise mal mehr auf Akustikinstrumente gesetzt, in diesem Fall auf Gitarre und Schlagzeug, die eine toll anzuhörende Unterlegung schaffen und Chris Cornell besonders im Refrain gut aussehen lassen. Auf „Take Me Alive“ kommt mal wieder der Rocker in Chris zum Vorschein, was man nicht nur an den E-Gitarrenriffs sondern auch an der Lyrik spürt, allerdings wurde das Ganze nur halbherzig durchgezogen, weshalb der Track nicht zu den Highlights zu zählen ist. Das etwas ruhigere „Long Gone“ dürfte dem ein oder anderen vielleicht ein Begriff sein, denn es war die erste Single, die aus „Sream“ ausgekoppelt wurde.

Auch sie bietet nicht viel Neues, sondern erneut den typischen Timbaland-Beat, dazu im Refrain Gitarreneinsatz. Doch man darf natürlich eines nicht vergessen: Chris Cornell, denn der gibt mit seiner tollen Stimme das gewisse Etwas dazu, was aus Standart einen Hit macht. Die etwas härtere Richtung schlägt „Enemy“ ein, dem man am Namen schon anhört, dass es Power hat. Zwar wird alles während der Strophen noch etwas gezügelt, doch im Chorus geht dann die Post ab, wenn die Synthies den krachenden Riffs weichen müssen und Chris richtig loslegt. Leider sind die restlichen Lieder von „Scream“ nicht mehr all zu aufsehenserregend, lediglich „Watch Out“ hat noch richtig Feuer unter der Haube und packt einen mit seinem Tempo sofort. Allerdings muss man auch über die anderen Tracks sagen, dass sie keines Falls schlecht sind, sondern sich aufgrund ihrer doch recht simplen Struktur, wie bereits öfter erwähnt, sehr gut anhören kann.

Wer von Chris Cornell den Rock vergangener Tage erwartet, wird mit „Scream“ sicher schwer enttäuscht werden. Dieses Album trägt eindeutig die Handschrift von Timbaland. Glücklicher Weise hat er sich mit Chris einen tollen Musiker rausgesucht, sodass das Endprodukt nicht so glattgebügelt und langweilig wie die Platten von Nelly Furtado oder Justin Timberlake anhört, sondern auch einen gewissen eigenen Touch hat. Jedem, dem „Part Of Me“ gefällt sollte auch das ganze Album liegen und auch allgemeine Liebhaber von Chart-Pop/-Rock dürften hier ihre Freude haben.

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1 Kommentar

  1. Definitiv gewöhnungsbedürftig dieses Album. Wenn man den Namen Timbaland hört, erwartet man in aller regel guten Hip Hop. Doch mit Chris Cornell arbeitet ein Rock-Star mit ihm zusammen.

    Meiner Meinung nach aber nur ein guter Versuch als Gelingen. DasAlbum wirkt für mich nicht authentisch. Aber am besten selbst einmal rienhören ;).

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