R.O.O.T.S. von „Flo Rida“

Küstler:
Flo Rida
Redaktions-Wertung:
Titel:
R.O.O.T.S.
Release:
3. April 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

flo-rida-roots-cd-bewertungendeSeit rund einem Jahr ist Flo Rida dank der Hitsingle „Low“ ein fester Bestandteil des Chart-Raps überall auf der Welt. Nun steht das zweite Album „R.O.O.T.S. (Route Of Overcoming The Struggle)“ des Rappers aus Miami in den Läden, mit dem er beweisen will, dass er keine Eintagsfliege ist. Wenn man sich die Tracklist so anschaut, wird man doch etwas stutzig, denn bis auf Wyclef Jean findet man nur R’n’B Features wie Ne-Yo, Akon oder Pleasure P, keine Spur von anderen Leuten aus Florida wie Rick Ross, Plies oder Ace Hood. Das gibt schon den ersten Hinweis, dass es Lyrisch hauptsächlich um Girls geht – anspruchsvoll ist etwas anderes. Was die Produktionen angeht, so liefert „R.O.O.T.S.“ einen Mix aus teils ruhigeren Tracks mit viel poppigem Sound, der für kurze Charterfolge gemacht ist.

„Finally“ dient als Intro und macht seinen Job auch sehr gut. Leicht mystisch, sehr ruhig und auch ein emotionaler Touch kommt nicht zu kurz. Flo Rida’s Lyrics sind hier verhältnismäßig deep, allerdings wird er von Feature Sly Jordan, der den Chorus singt, eindeutig ausgestochen. Was hier so gut begann, wird jedoch gleich wieder zunichte gemacht. „Jump“ zusammen mit Nelly Furtado heißt das Stück, das schon fast an die Grenze des Erträglichen geht. Eine sehr Electro lastige Produktion von der Stange trifft auf einen Flo Rida, der wie so oft zum Bootyshaken aufruft und einen wirklich grauenhaften Refrain der kanadischen Sängerin – das ist wirklich nur für Clubs geeignet, wenn man dank Alkohol nicht mehr wirklich drauf achtet, was man so zu hören bekommt! Auf ungefähr selbem Niveau befindet sich „Gotta Get It (Dancer)“, bei dem man sich schon fast fragt, ob Flo Rida eigentlich keinen Anspruch an sich selbst hat.

Man sollte die Hoffnung, dass Flo Rida jemals von seinem Bodybuilder-Immage wegkommt, wohl endgültig begraben und darauf vertrauen, dass er wenigstens den ein oder anderen Club Track rausfeuert. Und dies tut der 29 Jährige auch eindrucksvoll mit der Hitsingle „Right Round“. Im Gegensatz zu den vorangegangenen stimmt hier einfach alles. Das sehr Electro-Pop mäßige Instrumental macht einfach Laune und verliert auch kaum seinen Reiz. Auch Flo Rida’s Stimme, die doch manchmal etwas nervig werden kann, passt hier mal perfekt dazu und wird von Sängerin Ke$ha optimal ergänzt. Ungewohnt tiefgründig präsentiert sich Flo Rida auf dem Titelsong „R.O.O.T.S.“, auf dem er sein Leben Revue passieren lässt. Tiefe Beats und dazu passende Synthesizer-Effekte bieten den perfekten Sound zu seinen Rhymes, was alles in allem wohl das Highlight des Albums entstehen lässt.

Flo Rida’s wohl größtes Problem ist, dass er solche Qualität nicht konstant halten kann. „Be On You“ (feat. Ne-Yo) dürfte zwar der Damenwelt gefallen, wirklich einfallsreich ist diese recht softe Nummer jedoch nicht, kann durch Ne-Yo’s Performance zwar gerettet werden, allerdings singt dieser auch so viel, dass der Song wohl besser auf eines seiner Alben gepasst hätte. Generell hat man manchmal das Gefühl, dass sich Flo Rida an seinen Gästen orientiert hat. Akon ist bei „Available“ am Start, ein Track, der auch auf „Freedom“ hätte passen können. Insgesamt eine recht flotte Nummer mit starkem Hang zum Dancepop, die aber nicht wirklich Eindruck schinden kann, da man heutzutage soetwas ständig zu hören bekommt. Dancepop ist auch bei „Sugar“ das Stichwort. Für den Refrain von Sängerin Wynter hat man sich an „Blue (Da Ba Dee)“ von Eiffel 65 orientiert, was überraschender Weise jedoch gut funktioniert und die beiden Künstler auf dem recht eingängigen Klavier-Instrumental gut aussehen lässt. Zu guter Letzt findet sich mit dem emotionalen und wirklich schön gewordenen „Rewind“ zusammen mit Wyclef Jean noch eines der wenigen Highlights finden, was „R.O.O.T.S.“ dann doch noch zu einem einigermaßen versöhnlichen Ende führt.

Flo Rida’s Sophomore hat zwei Seiten zu bieten. Zum Einen liefert er lyrische Totalausfälle und teils billigste Produktionen, zum andern aber auch ordentliche Dancefloor-Filler und den ein oder anderen überraschend guten, etwas ernsteren Song. Insgesamt ist „R.O.O.T.S.“ daher also im Mittelfeld einzuordnen, leider etwas enttäuschend, vor Allem, da es in Sachen Qualität nicht mit dem Vorgänger mithalten kann. Wer auf einfache Kost steht und nicht viel Wert auf gute Texte legt, kann hier sicher zugreifen, alle anderen, die guten Down South Rap erwarten, sind definitiv an der falschen Adresse.

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