Night Work von „Scissor Sisters“

Küstler:
Scissor Sisters
Redaktions-Wertung:
Titel:
Night Work
Release:
25. Juni 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Schon das Cover des neuen Albums der Scissor Sisters weist den Weg: Dance-Pants aus dem Schrank kramen ist angesagt, es darf getanzt werden und es wird heiß! „Disco“ ist das Motto, unter dem Jason „Jake Shears“ Sellards, Scott „Babydaddy“ Hoffman, Ana „Ana Matronic“ Lynch und Derek „Del Marquis“ Gruen ihr Drittwerk „Night Work“ präsentieren.

Wie schon bei den Vorgängeralben „Scissor Sisters“ und „Ta Dah!“ werden Anklänge an Saturday Night Fever, Donna Summer und The Bee Gees wach. Schnell war die Presse dann auch mit dem Etikett „Neo Disco“ zur Hand. In den vier Jahren Studioabstinenz haben die schrillen New Yorker nichts verlernt, im Gegenteil: Dermaßen konsequent wie auf dem von Stuart Price (Zoot Woman) produzierten 12-Track-Album „Night Work“ wurde das Prinzip Party noch nirgends zelebriert! Tanz sei nun einmal auch und gerade in Krisenzeiten ideal dazu geeignet, die Realität hinter sich zu lassen, gibt die smarte Ana, ihres Zeichens nicht nur Sängerin, sondern auch Songwriterin der Band, zu Protokoll.

Leider jedoch sei die heutige Zeit weit entfernt von der Blüte der Tanzkultur Ende der Siebzigerjahre, als Disco boomte und mit ihr das Nachtleben. „Night Work“ möchte etwas vom Spirit dieser hedonistischen Zeit zurückbringen. Da wären zum Beispiel der titelgebende Opener oder „Any Which Way“ oder „Invisible Light“ – allesamt echte Dancefloor-Kracher. Aber die Scissor Sisters wären nicht die Scissor Sisters, wenn das neue Album nicht auch den ein oder anderen nachdenklichen Moment bergen würde. „Running Out“ beispielsweise, ein gemeinsam mit Santogold geschriebener Song, thematisiert die heutigen Ängste vor Klimakatastrophen, wirtschaftlichem Ruin und Seuchen und wie sie von den Medien noch zusätzlich geschürt werden.

Alles in allem überwiegt aber die Vergnügungssucht; und den Scissor Sisters gelingt es wieder einmal, frischen Wind, Leichtigkeit und Humor in eine vielerorts stagnierende Club-Szene zu bringen. Denn schließlich soll Musik ja vor allem eins: Spaß machen.

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