My Cassette Player von „Lena“

Küstler:
Lena
Redaktions-Wertung:
Titel:
My Cassette Player
Release:
7. Mai 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Seit „Unser Star für Oslo“ kennt ganz Deutschland ihr Gesicht und vor allem ihren eigenwilligen, selbstgebastelten „British accent“. Kurz bevor Lena Meyer-Landrut, die seit neuestem einfach nur noch Lena heißt, in Norwegen die deutsche Grand Prix-Ehre retten soll, bringt sie zwischen Abitur und Interview-Marathon mal eben noch ihr Album auf den Markt. „My Cassette Player“ ist eine bunte Mischung aus Pop, Jazz und Lena, die allerdings ein wenig enttäuscht. 13 Songs hat das Album zu bieten. Sieben davon stammen aus der Feder von Stefan Raab, wovon „Love Me“, den der Entertainer Lena fürs Finale praktisch auf den Leib geschrieben hat, in der Show zwar scheiterte, es aber zusammen mit „Satellite“ und „Bee“ auf Anhieb in die Top 4 der Musik-Charts schaffte. Allein damit hat Lena Musikgeschichte geschrieben.

„Satellite“ ist dann auch der Aufmacher des Albums und der wohl der größte Ohrwurm der Scheibe. Ihm folgt der Titeltrack „My Cassette Player“, der leider relativ unspektakulär vor sich hin plätschert und auch textlich nicht wirklich überzeugen kann. Es sei denn „Who took my Cassette Player“ ist ein Codewort, das in Endlosschleife wiederholt werden muss. Song Nr. 3 ist „Not Following“ und kommt etwas schneller daher. Vielleicht etwas zu schnell. Man spürt förmlich, wie Lena von der Musik gehetzt wird und hat den Drang, das Ganze langsamer abzuspielen. An vierter Stelle folgt „I like to bang my head“. Der Einstieg ist stimmlich etwas zittrig, dann kann der Song aber immerhin einen akustischen Höhepunkt bieten und bleibt im Gehörgang hängen. Erstmals ist hier Lenas typischer Sprechgesang zu hören.

„My Same“, ein Cover von Adele, folgt an fünfter Stelle. Das berühmte „Ei Ei Ei“, mit dem der Song beginnt, hat die junge Hannoveranerin damals vom Casting in die Show gebracht und zeigt auch auf dem Album, das der Titel perfekt für sie ist. Leider ist es nicht ihr eigener. An sechster Stelle ist die erste Ballade des Albums zu hören – „Caterpillar in the rain“. Hier kommt Lenas zarte Stimme fantastisch zur Geltung und überrascht. Danach wird es mit „Love Me“ wieder rockiger, während der folgende Track „Touch a new day“ dafür sorgt, dass man die Füße wieder etwas stiller hält. Song Nr. 9 ist „Bee“. Locker, poppig, längst im Kopf. Ein wahrhaft summender Ohrwurm.

An zehnter Stelle ist „You can’t stop me“ zu hören. Eine sehr jazzige Nummer, die nicht so recht auf den Punkt kommen will. Etwas gewöhnungsbedürftig. Danach folgt mit „Mr. Curiosity“ von Jason Mraz das zweite Cover auf dem Album. Lena hat den Song bereits bei „Unser Star für Oslo“ performt. Das vorletzte Lied trägt den Titel „I just want your kiss“ und ist ebenso leicht, hat aber absolutes Chartpotenzial. Den Abschluss bildet „Wonderful dreaming“, eine weitere Ballade, die aber nicht so eingängig ist wie „Caterpillar in the rain“.

Alles in allem ein erstaunliches Album für einen Neuling wie Lena. Man vermisst allerdings ihren typischen Sprechgesang und die Art, wie sie sich Songs zu eigen macht. Schade, denn Potential hat die 18-Jährige.

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