Kritik | Wir sind am Leben von „Rosenstolz“

Küstler:
Rosenstolz
Redaktions-Wertung:
Titel:
Wir sind am Leben
Release:
23. September 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Ein kleiner Schock war das damals vor 2,5 Jahren schon, als Rosenstolz auf ihrer Homepage bekannt gaben, dass sie eine Pause einlegen. Eine Zwangspause, weil Peter am Burn-out Syndrom erkrankt ist. Seitdem hat das Duo aus Berlin die Öffentlichkeit konsequent gemieden, keine Interviews gegeben, keine Auftritte gehabt. Trotzdem haben sie im stillen Kämmerlein natürlich weiter an ihrer Musik gearbeitet und mit viel Freiraum Ideen entwickelt. Und jetzt melden sie sich, pünktlich zum 20-jährigen Bandjubiläum, mit „Wir sind am Leben“ zurück und sind mit jeder Pore wieder da.

Die gleichnamige Single läuft im TV und Radio bereits in Dauerrotation, Fans von AnNa und Peter haben mit Begeisterung auf das neue Material reagiert. Peter dürfte das doppelt Energie geben, denn nachdem er zeitweise nach London gezogen war, hat er nun neuen Lebensmut gefasst. Das insgesamt zwölfte Studioalbum von Rosenstolz ist dementsprechend hoffnungsvoll, zuversichtlich und kraftvoll geworden. Es ist ein Album, das „Ja“ sagt zur Musik, zur Liebe, aber auch zum Leben. Die elf Songs des neuen Albums sind Abschied und Ankunft zugleich – und sie lassen die dritte Rosenstolz-Phase beginnen. Rosenstolz 3.0, wenn man so will.

„Bin gefallen, doch nicht gescheitert“ singt AnNa bei „E.n.e.r.g.i.e.“. Es ist ein Song darüber, dass man zum richtigen Moment den Stecker ziehen muss. Und das man wissen muss, wann genug genug ist. Peter hat das getan und ist jetzt kopfmäßig umso mehr wieder dabei. „Am Anfang habe ich mir vorgestellt, dass ich die Stücke nur für mich oder ein künftiges Musical schreibe“, so Peter über die Entstehungsgeschichte der Songs. Der wohl persönlichste Titel ist dabei wohl „Mein Leben im Aschenbecher“ geworden. Es ist eine Art Zwischenbilanz, gleichzeitig aber auch eine Handlungsanweisung. Weitermachen! Aber weiser und weniger abgehetzt.

„Wir sind am Leben“ ist vielleicht genau aufgrund des düsteren Hintergrundes eines der stärksten Alben von Rosenstolz. Eine musikalische Wiederkehr der Lebensfreude. AnNa und Peter gehen mit Lebensmut und positiven Botschaften in das dritte Jahrzehnt ihrer Ausnahmekarriere. Die Vergangenheit hat ihnen allerdings gezeigt, dass sie nicht auf andere, sondern in erster Linie auf sich selbst hören müssen. Ihr Prinzip ist zwar weiterhin „Bleib wie du bist – und mach was du willst“. Ergänzen müsste man es aber noch um „Hör dabei aber auf deine Seele und deinen Körper!“

Wir haben auch noch ein schönes Video für euch, in dem AnNa und Peter über die Entstehung des Albums sprechen:

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