Kritik | Wildfires von "Ivy Quainoo"

Küstler:
Ivy Quainoo
Redaktions-Wertung:
Titel:
Wildfires
Release:
27. September 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Ivy Quainoo ist im Dickicht der vielen Castingshow-Stars ein wirklicher Lichtblick. Eine Künstlerin, die absolut auf dem Boden geblieben und eher zurückhaltend ist. Sie interessiert sich hauptsächlich für die Musik, nicht für das ganze Drumherum und den Ruhm.

So kam es auch, dass ihr Debüt „Ivy“ ein absoluter Volltreffer war und sich in puncto Qualität/Anspruch deutlich von den Erstlingswerken so manch anderer gecasteter Kollegen unterschieden hat. Nach dem grandiosen Duett mit Florence Welch im Finale der ersten Staffel von The Voice Of Germany konnte sie auch wirklich nichts mehr schocken. Mit ihrer kraftvollen Stimme hat sie jedem Song einen urbanen Touch verliehen.

Nebenbei streckt sie ihre Fühler auch vermehrt in andere Richtungen aus: Im März ist sie bei der Berlin Fashion Week als Model gelaufen und steuerte sogar zwei Songs für Filmsoundtracks bei. Es scheint, als hätte sie in der schnelllebigen Glitzerwelt Fuß gefasst und ihren Weg gefunden.

Der führt aktuell zu ihrem zweiten Album „Wildfires“, auf dem Ivy beweist, dass sie keine Eintagsfliege ist, sondern ihren Job ernst nimmt. Nach den ersten Durchläufen kam bei mir allerdings Enttäuschung auf. „Ivy“ habe ich persönlich für sehr stark und facettenreicht gehalten, „Wildfires“ fällt hingegen etwas ab.

Mit der ersten Singleauskopplung „Wildfires (Light It Up)“ hat die Sängerin zwar einen wirklich schönen Song vorgeschickt, er ist für mich aber fast das einzigste Highlight des Albums. Der Rest plätschert vor sich hin und geht – trotz Ivys Stimme – unter. Wie kann das aber sein? Die Künstlerin hat sich weiterentwickelt, diesmal selbst an der LP mitgearbeitet, beim Songwriting geholfen und scheint sich mit ihrem Album absolut wohl zu fühlen. Für mich kommt es aber leider nicht mal ansatzweise an ihre Debüt heran. Vielleicht, weil Ivy in all den massiven Soundgebilden etwas untergeht oder weil der Großteil der Songs eher uninspiriert klingt.

Nur bei „Wildfires (Light It Up)“ und „300 Years“, wo die musikalische Begleitung fast schon in den Hintergrund rückt, hat Ivy eine Chance und ergreift sie auch. Schade, denn für ein ganzes Album ist diese Ausbeute natürlich viel zu mager. Zumal man ja weiß, dass sie viel, viel mehr kann.

TOURDATEN:
IVY QUAINOO als Special Guest von Olly Murs

04.10.2013 Düsseldorf
05.10.2013 Stuttgart
06.10.2013 München
09.10.2013 Offenbach
10.10.2013 Berlin
11.10.2013 Hamburg

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