Kritik | Voyageur von „Kathleen Edwards“

Küstler:
Kathleen Edwards
Redaktions-Wertung:
Titel:
Voyageur
Release:
20. Januar 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Sie hat eine von diesen Countrystimmen, denen man zuhört und sich einfach wohl fühlt. Gemeinsam mit Tournee-Partner Justin Vernon produzierte die kanadische Sängerin Kathleen Edwards ihr neues Album „Voyageur“. Und wohin reisen in diesen zehn emotional musikalischen Stücken?

Manche Lieder sind voller Leben und Schwung („Empty threat“), andere wiederum haben den Charakter eines einsamen und kühlen aber trotzdem schönen Morgen („A soft place to land) an einem kanadischen Bergsee. Ein sanfter Platz an dem man sich wohl fühlen kann und strandet. „Change the sheets“ ist eine der Single-Auskopplungen bei der die anfangs besinnliche und nachdenkliche Stimmung zur lebhaften Schwerelosigkeit anschwillt um am Ende klangintensiv und sanft wieder abschwillt. Ein wenig rockiger wird es im Stück „Mint“, und die Verträumtheit des kanadischen Frühlings holt einen ein. Rockiger geht’s weiter mit dem Synth-Pop-Gute-Laune-Songe „Sidecar“. „Pink Champagne“ führt einen dann wieder in die Einsamkeit der musikalischen Weiten einer verlassenen Klanggegend.

Die Entstehungsgeschichte des Albums: Offen auf die Herangehensweise musste Kathleen sein. Denn wo sie bisher ihre Lieder immer alleine getextet hatte, entstand diese Scheibe mit einigen Koautoren. Zusammen mit John Roderick von den Long Winters zum Beispiel bekamen einige der Lieder noch mehr Gestalt. Wo die die junge Kanadierin nicht mehr weiter wusste, konnte John ihr weiterhelfen, und so wusste er manchmal sogar vor ihr um was es in den Songs ging. Justin Vernon, Frontmann der Folk-Band „Bon Iver“, trat schließlich in das Leben der Sängerin und die Gemeinschaftsarbeit begann. Justin war das Mischpult der Ideen, bastelte an den Klängen herum und lenkte die Lieder auf den richtigen Pfad.

Wenn man vielleicht des Öfteren die Wörter „empty“ und „soft“ in den Liedern vernimmt, so ist das Album zwar durch die Musik an sich und die feine Stimme von Kathleen sanft, aber keineswegs leer. Wohl eher ein wenig einsam hin und wieder. Passend zu der kühleren, geheimnisvollen und eindringlichen Melodie der Lieder bildet die verträumte Stimme der Country-Sängerin zusammen mit der instrumentalen Untermauerung von Justin Vernon einen sehr guten Ausgangspunkt für ein gelungenes Album. Ein klanglicher Ausflug ist das mittlerweile sechste Album der 33-jährigen Kanadierin in der Tat. So stellt man sich die Reise durch Kanada vor: Weit, angenehm schwelgend und abwechslungsreich.

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