Kritik | Viktoria von „Maria Mena“

Küstler:
Maria Mena
Redaktions-Wertung:
Titel:
Viktoria
Release:
07. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Spätestens seit „All This Time“ und „Just Hold Me“ kennt man Maria Mena nicht nur in ihrer nördlichen Heimat, sondern weltweit. Die schüchtern wirkende Norwegerin mit der dunklen Mähne und dem intensiven Blick, dem man aktuell auch auf dem Cover ihres neuesten Album „Viktoria“ verfallen kann, hat alle verzaubert. Nach „Another Phase“, „Mellow“, „Apparently Unaffected“ und „Cause and Effect“ ist Anfang Oktober nun ihr mittlerweile fünftes Studioalbum veröffentlicht wurden. Im Mai und August dieses Jahren hat sie bereits die ersten beiden Singles „This Too Shall Pass“ und „Homeless“ vorgestellt.

Dabei sind es in erster Linie wieder die gewohnt leisen Töne, die Maria Mena anschlägt. Sie ist kein Dance-Girlie, sie macht lieber ehrlichen und tiefgründigen Pop. Und sie beendet mit „Viktoria“ ihre dreijährige (Album-)Veröffentlichungsphase. In den letzten Jahren musste sie nämlich nach dem Erfolg von „Apparently Unaffected“ einen wahren Tournee-Marathon absolvieren und kam kaum zur Ruhe. Nebenbei wurde sie mal eben in der Katgorie „Best Female Artist“ mit einem norwegischen Grammy ausgezeichnet und ist überhaupt zu einer der erfolgreichsten skandinavischen Künstlerinnen aufgestiegen.

Nun wendet sich, auch musikalisch gesehen, alles zum Guten. Die Wut der vorhergehenden Platten ist verpufft, Maria zeigt sich verzeihend und vergebend. Sanft, aber auch abwechslungsreich. Die elf atemberaubenden Songs des Albums sind in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Martin Sjølie entstanden. Er hat ihren Kompositionen den richtigen Rahmen gegeben und dafür gesorgt, dass „Viktoria“ wieder ein erstaunlich intensives Werk geworden ist. Den Titel hat Maria übrigens nicht zufällig gewählt: „Als ich zehn war, kam meine Mutter nach Hause und sagte, dass ich einen neuen zweiten Vornamen bekommen würde: Viktoria – nach meiner Urgroßmutter. Aber niemand nannte mich Maria Viktoria Mena. Der Name verschwand einfach wieder. Nach meinem letzten Album hatte ich das Gefühl, ein wesentlich ruhigerer Mensch geworden zu sein. Ich dachte mir: ‚Vielleicht ist das ja Viktoria? Eine nachsichtigere und verständnisvollere Maria‘. Der Name fühlte sich für mich nie natürlich an, aber jetzt bezeichnet er eine Trennung in mir, eine neue Person, eine neue Art von Triumph – von ‚Victory‘“, so die 25-Jährige.

„Viktoria“ steckt voll wunderschöner Balladen wie dem gleichnamigen Titelsong „Viktoria“, „Homeless“ oder „Habits“, bei dem sie von ihrem skandinavischen Nachbarn und ebenfalls vielversprechenendem Kollegen Mads Langer („You’re Not Alone“) unterstützt wird. Ein Song erscheint zerbrechlicher als der Nächste, voller Gefühl und Intensität. Maria Mena wagt aber auch Rhythmus und schnellere Nummern, bei „My Heart Still Beats“ und dem ungewöhnlich rockigen „It Took Me By Surprise“ beispielsweise. Beide Seiten stehen ihr unheimlich gut, auch wenn einige Kritiker der Meinung waren, sie solle lieber beim seichten Pop bleiben. Maria Mena pfeift darauf und das ist auch gut so! „Viktoria“ lebt von ihrer künstlerischen Weiterentwicklung und ganz sicher auch von dem zweiten Ich, das dadurch zum Leben erwacht ist. Einziger Wehrmutstropfen: Die Gesamtspielzeit fällt mit knapp 33 Minuten doch recht knapp aus.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a