Kritik | Vices & Virtues von „Panic! At The Disco“

Küstler:
Panic! At The Disco
Redaktions-Wertung:
Titel:
Vices & Virtues
Release:
25. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Und da waren es nur noch zwei, könnte man sagen. Denn nach drei Jahren Funkstille und etlichen, bandinternen „Bäumchen-wechsel-dich“-Spielen, ist aus dem Quartett „Panic at the Disco“ ein Duo geworden, das sich mittlerweile, wieder mit Ausrufezeichen, „Panic!“ at the Disco” nennt. Damit ersetzt man zwar nicht die fehlenden Bandmitglieder, sorgt aber erst mal für Gesprächsstoff. Und das ist nie verkehrt, wenn ein neues Album in den Startlöchern steht. Im Fall von Brendon Urie und Spencer Smith nennt sich das „Vices & Virtuos“ und ist vor wenigen Tagen erschienen.

Erinnert man sich an die Anfangszeiten von „Panic at The Disco“ hat man Songs wie „I Write Sins Not Tragedies“ oder „Nine In The Afternoon“ im Ohr. Und damit natürlich auch die markante Stimme von Brendon Urie, der ein Überbleibsel aus längst vergangenen Zeiten ist. Neben ihm ist nur noch Gründungsmitglied Spencer Smith geblieben, die restlichen Jungs haben eigene Bands gegründet oder gehen anderer Wege.

Doch die Vergangenheit ist vorbei. Urie und Smith blicken nach vorn und greifen im Frühjahr 2011 mit ihrer Single „The Ballad Of Mona Lisa“ neu an. Die kann sich definitiv hören lassen und ist ein schlau gewählter Opener. Und, wie das gesamte Album, eine Mischung aus Pop und Rock, mit einem Hang zur Radiotauglichkeit. Dadurch lässt „Vices & Virtuos“ allerdings Ecken und Kanten vermissen und klingt anders als die beiden Vorgänger. Hier und da schimmert ein Hauch vom Sound zwischen 2005 und 2008 durch, größtenteils probiert das Duo aber eine Neuinterpretation. Die Refrains sitzen, die Texte haben es in sich. Fans der ersten Stunde dürften dennoch enttäuscht. Oder vielleicht auch überrascht.

Denn obwohl „Vices & Virtuos“ tanzbar und sehr eingängig ist, fehlt dem Album die Brillanz von „A Fever You Can’t Sweat Out“ und „Pretty. Odd“. Es ist keine klassische Weiterführung, es ist mehr eine Mischung aus beiden CDs, die infrage stellt, warum PATD ihrem Stil nicht so richtig treu bleiben können. Vielleicht liegt es an der mehrfachen Halbierung der Band. Fakt ist: Wäre die Stimme von Urie nicht, würde man dieser Scheibe sicher nicht so viel Aufmerksamkeit schenken.

Dennoch sind Tracks wie „The Ballad Of Mona Lisa“, „Hurricane“, „Trade Mistakes“ und  „Always“ hörenswert und machen dieses Album zu einer soliden Arbeit (auch, wenn das wohl kein Künstler hören will). Die restlichen sechs Songs klingen alle irgendwie ähnlich und stechen nicht so deutlich heraus, sind aber auch nicht wirklich störend. Man darf gespannt sein, wie sich die Band bzw. das Duo in nächster Zeit weiterentwickelt. Und vor allem, was mit dem „!“ passiert!

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