Kritik | The Wanted von "The Wanted"

Küstler:
The Wanted
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Wanted
Release:
11. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Boybands sind ein Phänomen, das im 21. Jahrhundert eindeutig vom Aussterben bedroht ist. Man erinnere sich an die Ära von *N Sync, den Backstreet Boys oder Caught in the Act und bedenke, wie viele Jahre diese mittlerweile zurückliegt. Im neuen Jahrtausend sind es eher Solokünstler wie Lady Gaga oder Justin Bieber, die die Charts bestimmen und den Ton angeben.

Fünf junge Herren aus London wollen das aber ändern und nennen sich deshalb ganz einfach The Wanted. Wie es sich für eine ordentliche Boyband gehört, sind sie natürlich im Rahmen eines Castings zusammengekommen und haben neben ihrem unverschämt guten Aussehen vor allem die Liebe zur Musik gemeinsam. Während Tom Parker, Jay McGuiness und Nathan Sykes von Anfang an Teil des Bandprojektes waren, kamen Max George und Siva Kaneswaran erst später hinzu. Alle fünf leben in Süd-London unter einem Dach und führen praktisch eine waschechte Männer-WG.

Mit der Arbeit am ersten Album „The Wanted“ wurde nach der Bandzusammenstellung zügig begonnen. Mitwirkende Produzenten waren neben Guy Chambers auch Taio Cruz und Steve Mac, wobei Letzterer vor allem bei der Debütsingle „All Time Low“ seine Hände im Spiel hatte. Die Nummer erklomm in der Heimat der Jungs schnell den Chart-Thron, schaffte es hierzulande aber nur bis auf die 44. Und das, obwohl sie eigentlich nahezu auf jedem Radiosender läuft. Die zweite Auskopplung „Heart Vacancy“ war in England ähnlich erfolgreich wie der Vorgänger und platzierte sich auf Position 2. In Deutschland konnte sie keinen Fuß fassen, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Track ein wenig schleppend ist und nicht so recht in Fahrt kommt.


Auf das Debütalbum der Jungs passt er dennoch ganz gut, denn das bietet einen bunten Querschnitt aus Pop und R&B mit teils sehr gängigen Lyrics, netten Beats und einigermaßen interessanten Stimmen. Neben „All Time Low“ erweisen sich „Lose My Mind“ (das anfangs verdächtig an „Use Somebody“ von den Kings of Leon erinnert) und „Behind Bars“ als die großen Stärken von „The Wanted“. Der Rest ist recht flach, auch wenn die Ansätze meist nicht schlecht klingen. Entweder sind es der Chorus oder der Gesamtaufbau der Songs, die den positiven Eindruck schnell zunichtemachen. Manchmal auch die leicht merkwürdigen Vocals, die teilweise schon fast eine Musicalrichtung einschlagen. Der Großteil der Tracks klingt ganz einfach zu sehr nach Boyband, was eigentlich nichts Schlechtes sein muss, es im Fall von The Wanted aber leider ist.

Die Erwartungen, die man nach „All Time Low“ hatte, werden mit diesem Album in jedem Fall nicht erfüllt. Drei wirklich hörenswerte Songs aus 13 sind einfach keine gute Quote, wobei einem recht viele Melodien auch seeehr bekannt vorkommen. Vielleicht wird das beim zweiten Album ja besser. Die fünf Jungs stehen nämlich seit Januar wieder im Studio und die erste Single „Gold Forever“ sorgt zumindest bei den englischen Fans schon mal für Kreischalarm. Vielleicht liegt das aber auch einfach nur am Aussehen der Bandmitglieder.

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