Kritik | The People’s Key von „Bright Eyes“

Küstler:
Bright Eyes
Redaktions-Wertung:
Titel:
The People’s Key
Release:
11. Februar 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Nebraska ist ein Fleckchen Erde, das nicht unbedingt für seine talentierten Musiker und namhaften Bands bekannt ist. Bis auf wenige Ausnahmen. Die Band „Bright Eyes“ ist zum Beispiel ein Beweis dafür, dass es in Omaha nicht nur Buffalo Bill, Warren Buffett und gigantische Hektar Feld gibt, sondern auch Songwriter, die mit Herzblut dabei sind. Wie Conor Oberst, Gründer und Kopf von „Bright Eyes“, der seit 1995 seine Gedanken zu Papier bringt und aufnimmt.

Gemeinsam mit Freunden aus Nebraska beginnt er 1997 aus seiner One-Man-Band ein richtiges Projekt zu machen. Mit 17 legt er mit Mike Mogis und Nate Walcott an seiner Seite richtig los, die ersten Alben der Jungs bleiben aber relativ blass. Erst mit „Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear On The Ground“ schaffen es die Drei in die Albumcharts und das sicher nicht nur wegen des langen Titels. Platzt 161 ist allerdings längst noch nicht das Gelbe vom Ei. Erst knapp drei Jahre später katapultieren sie die beiden Alben „Digital Ash in a Digital Urn“ und „I’m Wide Awake, It’s Morning“ auf die vorderen Plätze. In den US-Charts auf Platz 15 bzw. 10, in Deutschland immerhin in die Top 30. Toppen konnten sie dies zuletzt 2007 mit der Scheibe „Cassadaga“.

Seitdem sind nun fast vier Jahre vergangen und es ist Zeit für ein neues Album. Das trägt den Namen „The People’s Key“ und beginnt mit einem zweiminütigen Monolog, der von Außerirdischen und der Unendlichkeit des Universums handelt. „Shell Games“ zeigt dann eindeutig, in welche Richtung die Reise geht und wurde vorab bereits als Gratis-Download veröffentlicht. Zunächst noch ein wenig verschlafen, kommt das Album dann allmählich in Fahrt und legt mit Songs wie „Jejuna Stars“ und „Approximate Sunlight“ los, wobei Letzter eine etwas ruhigere Nummer ist, ebenso wie „Haile Selassie“. Die etwas zittrige Stimme von Conor ist dabei wie immer tonangebend und gibt dem Sound etwas Weiches und Verletzliches. So, wie man es auch von den bisherigen Alben gewohnt ist.

Zu den unscheinbarsten Tracks zählt allerdings der Titelsong „The People’s Key“ selbst, der besonders angesichts der rockigen Folgenummer „Triple Spiral“ nahezu untergeht. Auch „Beginner’s Mind“ hat anfänglich Probleme, da die Stimme von Conor fast schon zu kippen scheint, fängt sich dann aber in einem sehr melodiösen Refrain. Wie auch der „Ladder Song“, einer der ruhigsten Tracks auf dem Album. „One For You, One For Me“ schließt das Album schließlich würdig ab und macht „The People’s Key“ zu einer Scheibe, die den Country hinter sich lässt und zu modernen, rockigen Ufern aufbricht. Mit Synthesizern, E-Gitarren und Keyboards und einem Conor Oberst, der scheinbar nicht von dieser Welt ist und noch Großes vorhat.

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