Kritik | The Liberation of … von „Ladi6“

Küstler:
Ladi6
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Liberation of …
Release:
27. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:

Neuseeland. Das klingt nach Weite und beeindruckender Landschaft, aber ganz sicher nicht nach der Musiknation Nr. 1. Wobei man vor Kurzem schon mit der Entdeckung von „The Naked and Famous“ eines Besseren belehrt wurde und sich eingestehen musste, dass der Inselstaat im Pazifik doch nicht ganz so untalentiert ist. Das will nun auch eine junge Dame beweisen, die sich Ladi6 nennt. Sie ist bereits seit einigen Jahren in der Musikszene aktiv und hat ihre Wurzeln im Hip-Hop und im Soul.

Begonnen hat alles bei der Crew Sheelahroc. Schon kurz darauf wurde Karoline Tamati, wie Ladi6 eigentlich heißt, mit Awards überhäuft, reiste durchs Land und brachte 2008 ihr hochgelobtes Debüt „Time IS Not Much“ auf den Markt. Es folgten 2010 über 60 Gigs in Europa und im UK und nun ist Ladi6 zurück auf der Überholspur. Mit ihrem neuen Album „The Liberation of …“.

Produziert wurde dieses über einen Zeitraum von zwei Monaten in Berlin. Und zwar nicht nur von DJ Parks, sondern auch von Sepalot, der vielen von „Blumentopf“ bekannt sein dürfte. Gemeinsam hat das Team neue Wege beschritten und eine Platte erarbeitet, die tiefer und intensiver ist, als alles zuvor. Ladi6 fühlt sich ihrer Heimat und ihren Wurzeln sehr verbunden, ist aber durchaus bereit, sich kopfüber ins Abenteuer zu stürzen. In zehn Titeln vermischt sie Pop, Soul und Hip-Hop, als gäbe es nichts Leichteres. Sie befreit sich gewissermaßen von sich selbst und greift dabei auf ungewöhnliche, aber packende Sounds zurück. Dennoch ist „The Liberation of …“ kein Album, das sich dem Hörer sofort erschließt. Es braucht einige Zeit, bis es Zugang findet, ist dann aber umso fesselnder.

Zu den hörenswertesten Stücken zählt bereits der Opener „Bang Bang“, bei dem der Beat gar nicht anders kann, als in die Beine zu gehen. Auch „Köln“, der Rap-Track „98 Til Now“ und „Like Water“, die erste Single-Auskopplung, gefallen. Je öfter man das Album hört, umso mehr kann man sich der Musik hingeben und sie entdecken. Alle zehn Titel sind abwechslungsreich, dabei aber alles andere als schwermütig. Der akustische Befreiungsschlag von Ladi6 ist ihr ohne Frage gelungen. In Neuseeland ist „The Liberation of …“ deshalb auch direkt auf Platz 4 eingestiegen. Die Neuseeländer wissen eben, was richtig gute Musik ist!

Übrigens: Bis Juni tourt Ladi6 noch durch deutsche Lande. Am 27. Mai ist sie beispielsweise in München, am 11. Juni in Mainz beim „Open Ohr Festival“.

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