Kritik | The Golden Ratio von “Ace Of Base”

Küstler:
Ace of Base
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Golden Ratio
Release:
24. September 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Die schwedische Band Ace Of Base hatte ihre größten Erfolge in der 1990er Jahren. Die Band bestand zu Anfang aus den drei Geschwistern Jonas, Malin und Jenny Berggren sowie ihrem gemeinsamen Freund Ulf Ekberg. Der erste große Welthit mit mehreren Nummer 1 Platzierungen von Ace Of Base war “All That She Wants“ im Jahre 1992. Der Song stammte ebenso wie “Wheel Of Fortune“ oder “The Sign“ aus dem erfolgreichen Debutalbum “Happy Nation“. Es folgten mit “The Bridge“ und “Flowers“ zwei weitere erfolgreiche Alben. Doch zeigte sich schon 1998, dass die Chartplatzierungen langsam sanken. Die letzte erfolgreiche Single war “Cruel Summer“, ein Coversong der Band Bananarama. Das vierte Album “Da Capo“ aus dem Jahr 2002 war nur noch mäßig erfolgreich. Schließlich gaben die beiden Sängerinnen Malin und Jenny Berggren ihren Ausstieg aus der Band bekannt. Daher treten Ace Of Base bei ihrem Comeback in neuer Besetzung mit Julia Williamson und Clara Hagman am Mikrofon an.

Das Comebackalbum nach acht Jahren Pause hat den Titel “The Golden Ratio“. Der erste Titel “All For You“ ist gleichzeitig die erste Singleauskopplung. Jeder Fan von Ace Of Base wird sofort den klassischen Sound der Band wieder erkennen. “All For You“ ist in bestem schwedischem Dancefloor-Pop-Stil produziert und klingt ähnlich wie die alten Charterfolge der Band. Der zweite Song “On The Radio“ greift auch auf ein altes Stilmittel von Ace Of Base zurück. Der zwischendurch fast gehauchte und gleichzeitig verzerrte Sprechgesang erinnert stark an “Happy Nation“. “The Golden Ratio“ ist ein schneller, gut gemachter Dancefloor-Titel und gleichzeitig der Namensgeber für das Album. Es folgt mit “Southern California“ ein Titel, der einem zwar einerseits das Gefühl gibt, in einem Cabriolet entlang der Pazifikküste zu fahren. Andererseits hat der Song auch andeutungsweise einen Hauch von moderner Country-Musik, wie er heutzutage von Künstlerinnen wie Taylor Swift oder Carrie Underwood produziert wird. Der Hauch von Country setzt sich in “Told My Ma“ nahtlos fort, bevor mit “Black Sea“ eine Kehrtwende zurück zu Beats und Drums erfolgt.

“One Day“ ist wie die ersten beiden Songs ein klassischer Ace Of Base Titel im Stil der 1990er. Ganz anders als anderen Titel ist die sehr ruhige Ballade “Juliet“. Dem Piano im Intro folgt ein melancholischer, aber keineswegs trauriger Gesang. Bei “Precious“ werden wie bei “On The Radio“ Erinnerungen an alte Songs wach, denn die Vermischung von englischem und französischem Text hat Ace Of Base schon bei Songs wie “Voulez-Vous Danser“ erfolgreich angewendet. “Vision In Blue“ mit seinen hohen Tönen auf dem Keyboard greift dann noch weiter zurück, nämlich auf einen Sound der 1980er Jahre, wie man ihn aus Titeln wie “Cheri, Cheri Lady“ von Modern Talking noch kennt.

Mit “Mr. Replay“ kommt dann plötzlich ein ganz neuer Stil in das Album, denn nun hört man plötzlich einen männlichen Sänger mit Reggae und Dancehall. Den Abschluss bilden der ruhigere Titel “Who I Am“ und die schnelle Tanznummer “Doreen“.

Als Fazit muss leider gesagt werden: Dem Album “The Golden Ratio“ fehlt ein wenig der rote Faden. Der Mix klingt danach, als ob die Produzenten nicht genau gewusst haben, in welchem Stil das Album produziert werden soll. Also haben sie scheinbar wahllos die Stile vermischt und die Titel planlos aneinander gehängt. Dabei sind die einzelnen Titel gar nicht schlecht. Neben dieser Mixtur wird Ace Of Base wie viele Bands vor ihnen auch darunter leiden, dass die alten Fans an die alten Stimmen gewöhnt waren und viele sich mit den neuen Sängerinnen nicht wirklich anfreunden können. Von daher wird das Comeback nicht leicht werden.

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1 Kommentar

  1. Ich finde das Album „The golden ratio“ klasse. Die Songs haben viel Gefühl, Tempo und sie sind Ohrwürmer. Auch die beiden neuen Sängerinnen tragen viel dazu bei. Die Stimmen passen gut zu Ace of Base. Besonders gut sind neben den Titelsong: All for you, vision in blue, blabla on the radio. Eigentlich sind fast alle gut. Auf jeden Fall war es mal Zeit nach 8 Jahren (2002 da capo) endlich mal wieder ein ordentliches Studioalbum rauszubringen. Glückwunsch.

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