Kritik | The Blessed Unrest von „Sara Bareilles“

Küstler:
Sara Bareilles
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Blessed Unrest
Release:
23. August 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Drei Studioalben hat Sara Bareilles bereits veröffentlicht. Darunter waren Ohrwürmer wie „Come Home“ und „Winter Song“ (beides Kollaborationen) und natürlich „Love Song“ aus dem Album „Little Voice“. Dass Saras Stimme alles andere als klein ist, beweist sie mit ihrem neuesten Longplayer.

Und „The Blessed Unrest“ beginnt mit „Brave“ bereits so stark, dass man direkt beeindruckt ist. Geschrieben hat Sara den Opener mit fun.-Gitarrist Jack Antonoff. Und es ist nicht einfach nur ein Song. Es ist eine Hymne für die Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Beziehungen, inspiriert von einer enge Freundin der 33-Jährigen.

Im Gegensatz zu diesem schnellen und vorantreibenden Stück steht die Piano-Ballade „Manhattan“, bei der ein wenig Norah-Jones-Melancholie mitschwingt. Ein wunderbar reduzierter Titel, der zeitlos und doch auch ein bisschen retro klingt und die Gedanken zum Abschweifen bringt. Auch „Satellite Call“ bremst sie nicht. Erst mit „Little Black Dress“ kommt wieder Bewegung auf. Das kleine Schwarze weiß eben zu verführen.

Dabei war 2012 nicht unbedingt leicht für die mehrfach Multiplantin-ausgezeichnete Sängerin, Pianistin und Songwriterin. „Ich wurde in den vergangenen Monaten mit so vielen meiner größten Ängste konfrontiert und bin erstaunt, wie gestärkt ich mich heute fühle, wenn ich die Courage aufbringe wieder unter mein Bett zu kriechen und mich diesen ganzen Monstern zu stellen, die dort lauern. Die Songs auf diesem Album sind die ehrliche Aufarbeitung aller dieser Erfahrungen und ich werde das Ganze sofort mit der nächsten angsteinflößenden Sache feiern, die ich unternehmen kann… und wieder auf Tour gehen. […] Ich freue mich sehr darauf, die nächste Stufe in meiner Karriere mit jedem einzelnen meiner Fans zu teilen“, so Sara.

Die Kalifornierin ist einfach sympathisch. Ihre Musik ist ehrlich und ein bisschen wie Wind im Haar. Sie trägt Erinnerungen mit sich, jagt einem mal einen leichten Schauer, dann wieder ein gutes Gefühl über die Haut. Um es kurz zu machen: „The Blessed Unrest“ ist ein wunderwunderschönes Album. Eines, das perfekt vom Spätsommer in den Herbst überzuleiten scheint, das aber auch im Winter und überhaupt zu jeder Jahreszeit funktioniert. Weil Sara Bareilles etwas schafft, was vielen anderen Künstlerinnen nicht gelingt: Sie braucht keine Maske. „Ich war in meinem Leben nie offener und ungeschminkter als jetzt“, sagt sie selbst. Wahre Schönheit kommt eben doch von innen.

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a