Kritik | The Best of 25 Years von „Sting“

Küstler:
Sting
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Best of 25 Years
Release:
21. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

25 Jahre. Eine lange Zeit im schnelllebigen Musikbusiness. Gordon Matthew Thomas Sumner alias Sting ist aber eigentlich schon viel länger, nämlich seit Anfang der 70er Jahre, als Musiker aktiv und hat damit zwei Drittel seines Lebens auf Bühnen gestanden. Anfangs auf Kleinen und meist nur am Wochenende, später dann auf Großen, wie im Madison Square Garden mit The Police. Aus dem einstigen Lehrer ist längst ein Singer-Songwriter, Schauspieler und auch Vollblut-Aktivist geworden. Jemand, der sich für Menschenrechte und den Schutz der Regenwälder einsetzt. Bei all dem Engagement ist die Musik in den letzten Jahren leider etwas auf der Strecke geblieben. Sein letztes richtiges Album mit eigenen Songs liegt Jahre zurück. Daran ändert leider auch „The Best of 25 Years“ nichts.

Das Einzel- bzw. Doppel-Album greift vielmehr 13 bzw. 31 der größten Songs aus einem Vierteljahrhundert Sting auf. Wundervolle Tracks wie „Fragile“, „All This Time“, „Desert Rose“ oder „Whenever I Say Your Name“. Auf der 2CD Special Edition finden sich zudem vier Live-Aufnahmen von „Russians“, Message In  Bottle“, „Demolition Man“ und „Heavy Cloud No Rain“. Auf der Einzel-CD zwei davon. Insgesamt ein vielseitiger Querschnitt einer langen und erfolgreichen Solokarriere, die Sting seit dem 21. Oktober im Rahmen der neuen Welttournee „Back to Bass“ zunächst durch die USA und Kanada führt. Begleitet wird er dabei von den Gitarristen Dominic und Rufus Miller, Schlagzeuger Vinnie Colaiuta, Geiger Peter Tickell und Jo Lawry, der ihn gesanglich unterstützt. Eröffnet wurde die Tour im Wang Theatre in Boston, Massachusetts.

Dennoch: „The Best of 25 Years“ bietet Fans und Hörern des Briten nichts Neues. Es erscheint vielmehr als eine weitere Vertröstung, denn es ist lange her, dass man von Sting nichts „Aufgewärmtes“ (ob orchestral oder live vertont) gehört hat. Große Hits wie „If I Ever Lose My Faith In You“ oder „When We Dance“ scheinen aus einer längst vergangenen Zeit zu stammen. Das ist traurig und irgendwo auch enttäuschend. Darüber tröstet auch leider nicht diese schön zusammengestellte Special Edition hinweg. Denn Best-ofs gab es von Sting einfach schon genug. Wir sind hungrig auf neues Material und wollen endlich mal wieder etwas aus eigener Feder hören.

Rein optisch hat sich der 60-Jährige ganz hervorragend gehalten, die Zeit scheint mehr oder weniger spurlos an ihm vorübergegangen zu sein. Trotzdem wird man das Gefühl nicht los, dass Sting in gewisser Weise abgeschlossen hat. Sein Interesse gilt zu vielen anderen Bereichen und seine Tochter hat als I Blame Coco ja bereits Fährte aufgenommen, wenn auch in einer ganz anderen musikalischen Richtung. In einem Interview hat er letztens gestanden, dass es ihm schwerfällt, neue Titel zu schreiben. Er sei mit zunehmendem Alter immer kritischer geworden und ein leeres, weißes Blatt stelle immer mehr eine Herausforderung dar. Dennoch hat er auch angemerkt: „Ich liebe es auf der Bühne. Ich mache das vermutlich bis ich eines Tages runter falle.“

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