Kritik | Take a Minute von „Smokie“

Küstler:
Smokie
Redaktions-Wertung:
Titel:
Take a Minute
Release:
15. Oktober 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Smokie – wer erinnert diese populäre Band der Siebziger nicht! Unzählige Hits säumen ihren Karriereweg. „Living next door to Alice“ wurde sogar zum Kultsong. Sänger Chris Norman war der Liebling aller Frauen. Sein Ersatzmann Mike Craft am Mikrofon müht sich redlich, Chris stimmlich zu ersetzen. Der hat sich längst für eine Solokarriere entschieden statt auf Oldiefestivals sein Geld zu verdienen und immer wieder die alten Songs zu spielen.

Das neue Album der Band Smokie heißt „Take a Minute“ und setzt auf bewährte Konzepte. Die Platte klingt modern produziert, aber doch nostalgisch. Die Songs sind in bewährter Qualität, der Satzgesang perfekt. Das Songmaterial ist zweifellos gut und zeigt, dass das musikalische Können der Band keineswegs eingestaubt ist. Dem eingeschworenen Smokie-Publikum wird „Take a Minute“ gefallen, soviel ist sicher – aber es ist eben doch nicht mehr ganz dasselbe. Besonders in „Sally’s Song“ und „Nothing hurts like a broken heart“ setzt man absichtsvoll auf altvertraute Melodielinien, um die alten Zeiten heraufzubeschwören. Der mitsingfähige Midtempo-Song dominiert das Album erwartungsgemäß. „My Celtic Days“ und „Friends will be friends“ oder „The biggest lie“ lassen aufhören, nachdem die anderen Songs zunächst einen etwas schwächeren Eindruck hinterlassen haben. Auch die Ballade „Til the grass grows over me“ fällt angenehm aus dem allzu bewährten Hörmuster heraus.

Als Hörer ist man allerdings etwas unentschieden. Die Magie früherer Tage fehlt irgendwie. Hier dominiert solides Handwerk, neue Töne hört man nicht. Aber will man das überhaupt?! Mythen leben weiter, so oder so. Sie wecken selige Erinnerungen an vergangene Zeiten. Wer Smokie mochte, mag sie vermutlich noch immer. Und weil das so ist, bedient die Band all das, was man hören möchte. In der richtigen Stimmung genossen, knüpft diese Platte genau da an, wo die letzte aufhörte. Smokie haben ihre musikalische Duftmarke bereits vor Jahrzehnten gesetzt. Man muss sich niemandem mehr beweisen.

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