Kritik | Suego Faults von „Wolf Gang“

Küstler:
WOLF GANG
Redaktions-Wertung:
Titel:
Suego Faults
Release:
22. Juli 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Er ist 23, hat bereits Acts wie Florence and the Machine supportet und nennt sich schlicht und einfach WOLF GANG. Kein Name, den man unbedingt mit Rock’n’Roll und angesagten Shows im Londoner White East Club verbindet. Und trotzdem hat Max McElligott, wie er mit bürgerlichem Namen heißt, es geschafft: Er hat die Aufnahmen zu seinem Debütalbum „Suego Faults“ abgeschlossen und dafür mit dem renommierten Produzenten Dave Fridmann zusammengearbeitet.

Wie er das geschafft hat? Er hat Fridmann mit seinem Demo „Lions in Cages“ beeindruckt. Einem Demo, das er in seinem Schlafzimmer eingesungen hat und das schnellstmöglich im großen Format aufgenommen werden musste. So bildet es auf der ersten CD des Engländers den Opener und leitet ein Album ein, das nahezu im Akkord produziert wurde. „Jeden Tag verbrachte ich damit, im Aufnahmeraum ein Instrument in die Hand zu nehmen und die einzelnen Parts eines Songs aufzuzeichnen. Oft habe ich mich darin verloren, stundenlang auf Instrumenten herumzujammen, auf denen ich noch nie gespielt hatte“, so Max.

Damit war aber noch längst nicht alles getan. Das Gerüst stand zwar in kürzester Zeit, was noch fehlte, waren aber die richtigen Musiker, um alle Songs auch live adaptieren zu können. So investiere Max fast ein Jahr, um den passenden Drummer, Gitarristen und Bassisten zu finden. Mit Lasse Petersen, James Wood und Gav Slater fühlt er sich stark und weiß, dass er Charaktere auf der Bühne hat, die ebenso leidenschaftlich sind, wie er selbst.

Sein Debüt enthält zwar nur zehn Titel, benötigt aber auch keinen einzigen Song mehr. Der Sound von WOLF GANG erinnert im ersten Moment etwas an die Scissor Sisters, weist aber auch Parallelen zu Vorbildern wie David Bowie und Arcade Fire auf. Vielleicht sind es auch seine deutschen, irischen und griechischen Wurzeln, die Max bzw. WOLF GANG inspirieren und zu dem vielseitigen Musiker machen, der er seit seiner Kindheit werden wollte. Denn während er mit seinen Eltern um die Welt jettete, war die Musik immer und überall ein Zufluchtsort, an den er sich zurückziehen konnte. „Es ist das höchste Gut, das meine Familie hat: die Liebe zur Musik und eine gute Vorstellungskraft“, sagt Max. Das erklärt sicher auch, wie es kommt, dass seine Schwester z.B. mit Roxy Music auf Tour ist. Die Familie McElligott hat einfach viel zu bieten.

„Suego Faults“ zeigt das auf einmalige Weise, denn WOLF GANG ist eine interessante Entdeckung im Alltagsgrau, die sich keinen Auflagen beugt, sondern mit verträumten Melodien und zerrissenen Gitarren Neo, Pop und Synthie auf ganz wunderbare Weise verbindet. Ein Album, das sich mit nichts vergleichen lässt, Max McElligott aber zu einem aufstrebenden Talent in der britischen und internationalen Musikszene erhebt, von dem man sicher noch ganz viel hören wird! Schade ist nur, dass gerade Songs wie „Midnight Dancers“ zeigen, dass der Sänger eigentlich viel mehr hätte geben können, als er auf „Suego Faults“ zeigt. Bleibt nur zu hoffen, dass es Absicht ist und sich Max noch viel vorgenommen hat.

Anspieltipp: „Midnight Dancers“, „Where Are You Now“ und „Planets“

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