Kritik | Strip Me Away von „Natasha Bedingfield“

Küstler:
Natasha Bedingfield
Redaktions-Wertung:
Titel:
Strip Me Away
Release:
13. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„These Words“ war der Song, mit dem die fast schon schüchterne Natasha Bedingfield 2004 internationale Bekanntheit erlangte und ihrer Musikkarriere endlich zum Durchbruch verhalf. Nach ersten Schritten mit der eigenen Band „DNA Algorithm“ und als Mitglied des Kirchenchors der Hillsong Church in London war sie plötzlich Teil der großen, bunten Musikwelt, hatte Auftritte vor einem wirklichen Publikum und eine stetig wachsende Fanbase. Sie zerbrach an diesem Druck aber nicht, sondern blühte regelrecht auf, sodass auch ihre folgenden Singles „Unwritten“, „I Bruise Easily“ und „Soulmate“ ihren Platz in den Charts fanden.

Ihr letzter Hit liegt aber schon vier Jahre zurück, denn seit 2007 konnte Natasha Bedingfield nicht mehr so recht Fuß fassen. Lediglich in den US-Charts hielt sie sich ein wenig, so wie auch ihr letztes Album „Pocketful of Sunshine“, das 2008 lediglich dort erschienen ist. In den deutschen Hitlisten hat Natasha Bedingfield schon lange keinen wirklichen Eindruck mehr hinterlassen, weshalb es Zeit ist, neu anzugreifen. Und zwar mit dem Album „Strip Me Away“.

Darauf zeigt Natasha Bedingfield eine ganz neue Seite von sich und macht es dem Zuhörer nicht unbedingt leicht. Beim ersten Reinhören könnten Fans der Britin eventuell erschrocken sein, denn der Sound ist in gewisser Weise befremdlich. Aber keine Sorge. Natasha hat nicht das Genre gewechselt, sondern lediglich ihren Stil verändert. Sie zeigt sich etwas rockiger, aber immer noch poppig und unbeschwert. Sie wollte die Energie und die Magie einfangen, die bei einem Konzert allgegenwärtig sind und das ist ihr, wenn auch nur teilweise, gelungen. „Meine musikalischen Helden reichen von Deborah Harry und Joni Mitchell bis zu Lauren Hill und Björk. Nicht zu vergessen Stevie Wonder, Bob Marley, The Cranberries und Jeff Buckley“, so Natasha Bedingfield.

Dabei darf aber nicht unerwähnt bleiben, dass nicht wirklich jeder Song auf „Strip Me Away“ neu ist. Auch wenn Natasha gemeinsam mit ihren Produzenten um die 50 Titel geschrieben hat, stammen der Opener „Put Your Arms Around Me“ und „Pocketful Of Sunshine“ beispielsweise aus dem Jahr 2008! Das mutet fast schon dreist an, denn warum erscheint eine Single, die in den USA bereits vor knapp drei Jahren veröffentlicht wurde, erst jetzt bei uns? Vielleicht, weil das gesamte Album unter dem Titel „Strip Me“ bereit Ende des letzten Jahres in den USA, wo Natasha mittlerweile ihren Zweitwohnsitz hat, auf den Markt gekommen ist? Diese Differenzierungen hinterlassen doch irgendwie einen bitteren Nachgeschmack und geben dem neu aufgelegten Album eine gewisse Lieblosigkeit.

Natasha hat ihrer Heimat nicht nur symbolisch, sondern auch musikalisch den Rücken gekehrt. Ihre Stimme ist immer noch toll und unverkennbar, die Songs aber rauschen größtenteils unspektakulär am Zuhörer vorbei und haben den Brit-Charme verloren, für den Natasha vor etlichen Jahren so verehrt wurde. Schade. Frau Bedingfield kann eigentlich deutlich mehr, als sie auf diesem Album zeigt.

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