Kritik | Staub & Fantasie von „Andreas Bourani“

Küstler:
Andreas Bourani
Redaktions-Wertung:
Titel:
Staub & Fantasie
Release:
10. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Deutscher Pop in Höchstform ist keine olympische Disziplin, sondern ein Trend, der in diesem Jahr besonders ohrenschmeichelnd Einzug hält. Andreas Bourani kann nach seinem Überraschungshit „Nur in meinem Kopf“ ganz klar mithalten, denn der Augsburger bringt frischen Wind in die Gehörgänge und erweist sich als vielversprechendes Pop-Talent. Sein Debütalbum „Staub & Fantasie“ steht seit dem 10. Juni beim Plattendealer des Vertrauens und wird Ersteres sicher nicht ansetzen.

Denn nicht nur der bereits erwähnte Opener, sondern auch die restlichen zwölf Tracks verfehlen ihre Wirkung nicht. Die Qualität ist hoch, die Texte und die Stimme des 27-Jährigen gehen tief. Unter die Haut. Dabei lief es in der Vergangenheit nicht immer gut für den Sänger mit den deutsch-ägyptischen Wurzeln. Die musikalische Schule brach er vorzeitig ab, um Rockstar zu werden. Konzerte vor Familie und Nachbarn auf dem Dachboden reichten ihm nicht mehr. „Ich wusste immer, dass Musik mein Weg ist“, so Andreas. Seine Eltern waren sich da anfangs nicht so sicher und ihr Sohn konnte ihnen zunächst auch nicht beweisen, dass seine Entscheidung die richtige war. Er arbeitete zwar mit verschiedenen Produzenten zusammen, schrieb aber die falschen Songs und arbeitete an Alben, die nie veröffentlicht wurden.

Rückblickend war das aber keine verlorene Zeit, sondern vielmehr die Lehrstunde, die Andreas gebraucht hat. Heute weiß er sehr genau, was einen guten Song ausmacht und hat deshalb mal eben 13 davon auf sein Debüt gepackt. Er beschreibt sich selbst als Träumer, vertraut auf seine bloße Vorstellungskraft. Und er singt über Themen, die jeden bewegen. Titel wie „Wunder“, „Eden für dich“ und „Fremder Planet“ brauchen deshalb nicht lange, um sich hartnäckig im Kopf festzusetzen. Diesen Erfolg verdankt Andreas auch dem Gitarristen Julius Hartog, der mit ihm zusammen an verschiedenen Ideen gearbeitet hat. Gemeinsam haben sie eine zeitlose, energiegeladene und melancholische Platte geschaffen, deren Erfolg ganz sicher die Jahre wettmacht, in denen Andreas Bourani verzweifelt auf den Durchbruch gewartet hat. „Was bleibt, ist die Hoffnung“ heißt es schließlich in „Du und ich und sie“.

„Staub & Fantasie“ ist ein eindrucksvolles Debüt, das einmal mehr zeigt, wie schön deutsche Musik sein kann. Andreas Bourani in einem Atemzug mit Künstlern wie Laith Al-Deen, Philipp Poisel und den Söhnen Mannheims zu nennen, ist deshalb nicht vermessen, sondern angebracht. Das dürften selbst die Eltern des Augsburgers verstanden haben.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a