Kritik | State of Mind von „Zascha Moktan“

Küstler:
Zascha Moktan
Redaktions-Wertung:
Titel:
State of Mind
Release:
10. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Der Soul boomt wie nie zuvor. Man könnte fast so dreist sein und behaupten, dass 2011 der Soul der neue Pop ist. Denn selten gab es in einem Jahr so viele stimmgewaltige Entdeckungen, wie in diesem. Eine von ihnen ist die indische Sängerin Zascha Moktan, die deutsch-nepalesischer Abstammung ist. Mit ihren 30 Jahren hat sie schon viel von der Welt gesehen und verarbeitet genau diese Eindrücke in ihrer Musik. Das aber nicht erst seit gestern, sondern schon von Kindesbeinen an.

Mit acht konnte sie bereits Klavier spielen, später führte natürlich kein Weg an einer klassischen Musikausbildung vorbei. Und auch eine eigene Band hat Zascha in jungen Jahren gegründet. Damals standen Punk und Rock im Vordergrund, heute widmet sich die exotische Schönheit eher Soul und Pop. Zu verdanken hat sie das auch Violinist Nigel Kennedy, der sie bei einem Wettbewerb entdeckt und zu einem seiner Auftritte eingeladen hat. Sie war aber auch mit Alicia Keys, Craig David und John Legend schon auf Tour.

2006 hat sie ihren ersten Plattenvertrag bei Universal unterschrieben, ein Jahr später folgte ihr Single-Debüt in Deutschland, 2008 dann das Album „The Bottom Line“. In unseren Charts hielt es sich leider nur drei Wochen und kam nicht über einen Platz 38 hinaus. Mit „State of Mind“ soll das nun anders werden. Inzwischen ist Zascha Moktan nämlich Mutter und hat sich verändert. „Durch das Kind bin ich einfach positiver geworden und dadurch klingt das Album vielleicht auch etwas reflektierter und „leichter““, so Zascha. Sie hat sich vom reinen Soul entfernt, sie mischt nun vielmehr Pop mit Gospel, Blues und Country.

So kommt es, dass „State of Mind“ stolze 15 Titel enthält. Und was man dem Album besonders anmerkt, sind der Spaß und die Freude, die Zascha bei den Aufnahmen hatte. Ob ein Cover von „Shame, Shame, Shame“ mit Cee-Lo Green, „Strangers“ (geschrieben von Ryan Tedder), „Kiss Me“,  der Titelsong „State of Mind“ oder  „Born Again“ – das Album steckt so voller Vielfalt, dass es bei jedem Song etwas Neues zu entdecken gibt. Mal gibt sich Zascha soulig und klingt fast schon wie Macy Gray, mal quäkt und kiekst sie. Die Mischung aus temporeichen Nummern und sanften Balladen, besonders zum Ende hin, stimmt. Hervorzuheben sind dabei die Songs „Trick Me“, „Out Of My Head“ und „Higher Luv“.

Damit setzt Zascha Moktan ein Zeichen. Und ein Statement. Sie hat eine lange Reise hinter sich, aber der Weg hat sich gelohnt. „State of Mind“ ist ein tolles Album geworden. Und mal ehrlich: Zascha ist und wird eine deutsche Souldiva bleiben, auch wenn sie sich eher als wildes Kind der Liebe sieht.

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