Kritik | Speak Now von „Taylor Swift“

Küstler:
Taylor Swift
Redaktions-Wertung:
Titel:
Speak Now
Release:
29. Oktober 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Die amerikanische Sängerin Taylor Swift veröffentlicht mit “Speak Now” ihr drittes Album. Mit diesem Album hofft sie, endlich auch auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen. Bisher war Taylor Swift nur in den USA wirklich erfolgreich. Der Grund dafür könnte sein, dass Country-Musik in Europa bei weitem nicht so beliebt und verbreitet ist wie in den USA. Das erste Album “Taylor Swift“ kam in Deutschland nicht in die Charts. Der Nachfolger “Fearless“ kletterte aber immerhin auf Platz 12. Aus diesem Album stammt mit “Love Story“ die bislang einzige Single, die es in Deutschland mit Platz 22 überhaupt in die Charts geschafft hat. Erfolgreich ist Taylor Swift in Europa bisher vor allem in Großbritannien. Dort stieg “Love Story“ bis auf Platz 2 auf. Außerdem konnte sie dort 3 weitere Singles in den Charts platzieren. Dies ist jedoch kein Vergleich mit den USA. In ihrem Heimatland standen inklusive der Titel aus “Speak Now“ insgesamt 9 Singles in den Top Ten der Billboard-Charts und sowohl “Fearless“ als auch “Speak Now“ auf Platz 1 der Albumcharts.

Die Anfangserfolge in Europa scheinen sich mit “Speak Now“ zu bestätigen, denn das Album erreichte mit Platz 15 einen ähnlichen Wert wie der Vorgänger. Dazu stieg die erste Singleauskopplung “Mine“ Anfang November 2010 als zweiter Titel von Taylor Swift in die deutschen Singlecharts ein.

Der Song “Mine“ ist auch auf dem Album gleich der erste Titel. Wie alle anderen Songs auf dem Album hat Taylor Swift den Text und die Musik selbst geschrieben. Jeder Song erzählt eine Geschichte aus Taylors Leben. In “Mine“ erzählt Taylor von ihrer Neigung, nicht zu ihren Gefühlen zu stehen und vor der Liebe weg zu laufen.

Der Song ist eine grandiose Up-Tempo Nummer und klingt in jeder Phase echt. In gleichem Tempo entzündet Sie in “Sparks Fly“ ein wahren Funkenflug. Dabei beschreibt Taylor die Beziehung zu einem Mann, der wie ein Wirbelsturm auf sie zu rast und sie fühlt sich dabei wie ein Kartenhaus, dass jeden Moment einstürzen könnte. Passend zum Thema wird das Tempo in “Back To December“ deutlich langsamer. Der Song ist eine Entschuldigung und der Wunsch, an einen bestimmten Tag im Dezember zurückkehren zu können, um dann einiges anders zu machen.

Bei “Speak Now“, dem Namensgeber des Albums, sitzt Taylor in einer Kirche während einer Hochzeit und fängt an zu träumen. Sie sieht die Braut und ihre Familie und will den Bräutigam mit aller Macht davon abhalten, sie zu heiraten und einen Riesenfehler zu machen. Das Thema unglückliche Liebe setzt sich auch in “Dear John“ fort. Hier singt Taylor von einem unberechenbaren Mann, der ihr das Leben durch seine ständigen Eskapaden zur Hölle machte und bei dem sie nie genau wusste, woran sie war. Der Song wirkt in seiner Schwermütigkeit aber ein wenig zu extrem und war verständlicherweise auch in den USA einer der weniger erfolgreichen Titel. Wesentlich besser ist dann der Song “Mean“. Dort beschreibt sie in durchaus witziger Form eine Person, von der sie durch deren Worte verletzt wird.

Mit “The Story Of Us“ kommt ein stilistischer Wechsel. Das Intro aus Drums und der veränderte Background macht den Song über Beziehungsprobleme fast zu einer Rock-Nummer. Ganz zärtlich wird es dagegen in “Never Grow up“. Der Song ist eine Bitte an ein kleines Kind, niemals erwachsen zu werden und sich die kindliche Unschuld zu erhalten. Ganz verzaubert ist Taylor in “Enchanted“ dann von einer Person, der sie irgendwo begegnet und die sie dazu bringt, ihre Maske fallen zu lassen. Wieder ganz rockig erklärt Taylor in “Better Than Revenge“ ihre Gefühle gegenüber einer anderen Frau, an der sie hätte Rache üben können, es aber aus bestimmten Gründen doch nicht getan hat.

Der Song “Innocent“ geht zurück auf ein bestimmtes Ereignis, dass die meisten Musikfans noch in Erinnerung haben werden. Bei den MTV Video Music Awards 2009 sollte Taylor Swift einen Preis für das beste Video einer weiblichen Künstlerin

mit dem Song “You Belong With Me“ erhalten. Doch während der Preisübergabe stürmte plötzlich Kanye West auf die Bühne, entriss Taylor das Mikrofon und brüllte hinein, dass Beyonce diesen Preis für den Song “Single Ladies“ mehr verdienen würde. Diese Entgleisung und den Schock über das Verhalten von Kanye West verarbeitete Taylor Swift in “Innocent“ und performte diesen Song passenderweise bei den  MTV Video Music Awards 2010.

In “Haunted“ möchte Taylor eine Beziehung am Leben erhalten, die gerade zu Zerbrechen scheint. Wieder sehr rockig lässt die Musik den Kampfgeist spüren, mit dem sie um die Beziehung kämpft. Der Titel “Last Kiss“ erklärt sich quasi von selbst. Der Song ist aber ähnlich wie “Dear John“ ein wenig zu übertrieben in der Gefühlsduselei. Besser ist dagegen der letzte Titel “Long Live“.

Das Album ist insgesamt sehr empfehlenswert. Der Zuhörer erkennt durchgängig tiefsinnige Texte und eine Musikerin, die ihr Handwerk versteht. Lediglich die Titel “Dear John“ und “Last Kiss“ klingen ein wenig gequält und könnten einen Remix gut vertragen.

Abschließend noch ein Kommentar zur 2011 geplanten Deutschland-Tour. Die zwei angesetzten Konzerte in Oberhausen und München könnten zum Verkaufsflop werden, weil Taylor Swift noch nicht den Bekanntheitsgrad in Deutschland hat. Besser wäre eine größere Tour von etwa 4 – 5 Auftritten in kleineren Hallen. Da Taylor eine starke Songwriterin ist, wäre eine Stadt wie etwa Mannheim mit der Pop-Akademie und dem großen musikalischen Umfeld mit Sicherheit eine bessere Location für die ersten Live-Konzerte gewesen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a