Kritik | Sommer aus Papier von „Anna Depenbusch“

Küstler:
Anna Depenbusch
Redaktions-Wertung:
Titel:
Sommer aus Papier
Release:
05. Oktober 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Anna Depenbusch braucht nur ein Klavier oder einen Flügel und schon kann sie ihre Fantasie fliegen lassen. Zerbrechlich leicht, wie ein Hauch einer frischen Brise. Gezeigt hat sie das bereits bei „Die Mathematik der Anna Depenbusch“ und in der „Solo am Klavier“-Version eben dieses Albums. Jetzt ist Zeit für etwas Neues. Und obwohl der Herbst Deutschland längst im Griff hat, erinnert Anna an einen „Sommer aus Papier“. Mit Limonade, Blaubeeren, Sonnenschein, einer Bootsfahrt und jeder Menge Pizza.

All das verpackt Anna in 13 wunderschöne Songs, die minimalistisch erklingen und bei denen hauptsächlich der Text im Vordergrund steht. Das ist nicht verwunderlich, denn genau dafür ist sie bekannt und wurde ausgezeichnet: mit dem Fred-Jay-Preis für ihre außergewöhnlichen Liedtexte und mit dem Deutschen Chanson Preis.

Die Liebe zu einem Seemann hat sie in den vergangenen Monaten rund um den Globus geführt. Für einen Flügel war da natürlich weder im Hand- noch im Reisegepäck Platz. Also packte Anna eine Ukulele ein und erfand sich mit dem Zupfinstrument neu. Und damit zugleich ein neues Album. Ausschlaggebend für dessen Entstehen war letztlich – so merkwürdig es auch klingt – eine Hawaiitapete. „Ich sah sie und im gleichen Moment wusste ich, ich werde eine Kontrast-Platte zum Schwarz/Weiß-Album schaffen. Sie wird bunt sein, so farbenfroh, wie die Hawaiitapete. Sie wird mit Sommer zu tun haben und eine frische Leichtigkeit aufweisen, ohne jedoch den Anschluss an meine Vorgängeralben und die Art und Weise wie ich mit Worten umgehe, zu verlieren“, so Anna. Und das, obwohl sie eigentlich eher den Winter liebt, da sie diese Jahreszeit zu den meisten Songs inspiriert.

Doch ein Kontrast, das ist die Platte wirklich geworden. Auf den ersten Blick so eben wie die Tapete, auf den zweiten jedoch auch brüchig und zusammengefaltet, mit Knittern. In die Hosentasche passend. Aufgenommen wurde nur zu fünft. Nur mit dem, was sich im Raum befand: Ukulele, Drums, Perkussions. Alles sehr sparsam und doch auf hohem Niveau. Anna schüttet die ganze Sonne in ihrem Herzen wie aus einem Füllhorn in ihre neuen Lieder. Doch wo Sonne ist, da ist auch Schatten. Das farbenfrohe Dur täuscht teilweise. Jeder Song hat eine tiefe Seele, erzählt auch von traurigen Geschichten. So, wie der letzten Titel auf dem Album, „110“. Eine schwere Ballade. Typisch für das Winterkind Anna Depenbusch.

ANNA DEPENBUSCH & Band „Sommer aus Papier“ Tour 2013

Mittwoch, 30. Januar 2013 Lüneburg
Donnerstag, 31. Januar 2013 Brunsbüttel
Freitag, 1. Februar 2013 Worpswede
Samstag, 2. Februar 2013 Hamburg
Dienstag, 5. März 2013 Berlin
Mittwoch, 6. März 2013 Hannover
Donnerstag, 7. März 2013 Oberhausen
Freitag, 8. März 2013 Düsseldorf
Sonntag, 10. März 2013 Karlsruhe
Montag, 11. März 2013 München
Dienstag, 12. März 2013 Frankfurt
Mittwoch, 13. März 2013 Köln

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