Kritik | So gesehen unmöglich von „Ryo“

Küstler:
Ryo
Redaktions-Wertung:
Titel:
So gesehen unmöglich
Release:
1. Oktober 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Der Bundesvision Song Contest von Stefan Raab war für Ryo in diesem Jahr das große Sprungbrett. Gemeinsam mit Norman Sinn stand der Deutsch-Japaner Anfang Oktober in Berlin auf der Bühne und performte „Planlos“, was ihm einen beachtlichen sechsten Platz für sein Wahl-Bundesland Thüringen und die Aufmerksamkeit der Zuschauer einbrachte. „Planlos“ schippert derzeit an Chartposition 83 vor sich hin, das dazugehörige Album „So gesehen unmöglich“ wartet noch auf seine Entdeckung.

Doch wer ist Ryo überhaupt? Der Sohn einer japanischen Konzertpianistin und eines deutschen Schauspielers, der tatsächlich Ryo (was übersetzt „Drache“ bedeutet) heißt, wurde in Wiesbaden geboren, verbrachte einige Monate in Japan, Hamburg und Stuttgart, um dann schließlich in der goldenen Mitte Deutschlands, in Thüringen, anzukommen. Hier traf er auf das Netzwerk „Zughafen“, in dem Künstler wie Clueso und Makabu aktiv & kreativ sind, und wurde schließlich unter die Fittiche von André Karius genommen. „Einfach mal machen und sehen, was passiert!“, war das Motto des Schreibers und Sängers.

„Passiert“ ist schließlich das Album „So gesehen unmöglich“, auf dem Ryo gemeinsam mit Dave Daniel am Bass, dem Pianisten Martin Kohlstedt, der Backgroundsängerin Cathleen Radig, dem Gitarristen Martin Schwengner und Alex Höffken, der von Anfang an in die musikalische Umsetzung der Scheibe involviert war, seinen Gefühlen freien Lauf lässt. 14 Titel hält „So gesehen unmöglich“ bereit, darunter Titel wie „Das Glück“, „Copy & Paste“, „Fackel nicht zu lang“ und „Hör nicht auf“. Ryo klingt dabei ein bisschen wie Peter Fox, ein wenig auch wie der Lieblings-Erfurter Clueso, der mit ihm zusammen „Erinnerung“ eingesungen hat und dessen musikalische Handschrift ganz eindeutig zu erkennen ist. Doch Ryo will kein zweiter Clueso werden. Er lässt sich treiben, mischt verschiedene Stile miteinander, zeigt sich mal balladig, mal etwas rockiger. Seine Stimme ist tief, manchmal vielleicht sogar etwas zu sehr, und seine Texte sind schnörkellos, aber ehrlich.

Das Debüt des Hessen ist vielseitig und besonders die Duette mit Norman Sinn, Clueso und Cäthe Sieland sowie die Klavier-Ballade „Hör nicht auf“ sind hörenswert. Wer von Ryo nicht genug kriegen kann, sollte sich online die Trailer zu „Unter Wasser“ oder „Meine Stadt“ ansehen. Der Junge ist nämlich ganz schön kreativ und überhaupt nicht so planlos, wie er uns beim Bundesvision Song Contest vorgegaukelt hat.

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