Kritik | Scheitern als Show von „Kommando Elefant“

Küstler:
Kommando Elefant
Redaktions-Wertung:
Titel:
Scheitern als Show
Release:
27. April 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Politischer und systemkritischer Deutschpop

Das ist guter deutscher Pop-Rock, hangemischt und selbst geschrieben. Er drückt noch genau das aus, was sich der Künstler gedacht hat und sorgt somit zu nahem Publikumsbezug. Zwar muss man schon beim ersten Song genau hinhören weil man sonst nicht versteht von was „Kommando Elefant“ singen, aber „das ist okay“.

Politisch sind sie, politisch singen sie auch: „Stopp mach nicht deinen Staat / Sprengen wir alle Grenzen“. Die Band zeigt von oben mit dem Finger auf andere und kehrt mit hohem Grad an Selbstreflexion vor der eigenen Tür. Entgegen dem was alle sagen und denken, wieder auf dich selbst vertrauen und merken, dass das was du hast auch wirklich dir gehört. Merken, dass man auch einfach zeigen kann wie man ist („Ich bin ein Arschloch“). Die 11 Songs sind „sehr ehrlich“ meint Sänger Alf Peherstorfer. Auch wenn die Lieder überwiegend von Alexander Nefzger und Florian Pilz produziert wurden, singt nicht nur einer, die Arrangements sind vielfältig und abwechslungsreich. Mal langsam und bedenklich, mal rebellisch und rockig.

Alf Peherstorfer, der Kopf der Gruppe ist scheinbar der kreativste. Aber wirklich still halten tun sie alle nicht: So entstanden seit dem letzten Album „Komm wir hauen Granaten rein. Das kleine Bisschen Leben“ 60 Songs und Songskizzen, Sideprojekte, an einem Buch wurde gearbeitet und das Plattenlabel wurde am Laufenden gehalten. Festivalbühnen haben sie gerockt, aber auch in kleinen privaten Clubs brachten sie das Publikum zum feiern. Fleißig sind sie die Jungs der Wiener Popband, die auch beim Amadeus Austrian Music Award in die Top 5 gelangt sind wurden.

Superschöne Ohrwürmer die man bereits bei den ersten drei Noten schon mag. „Fluchtpunkt Kairo“ zum Beispiel klingt genau nach dem was es aussagt, nach der Flucht in eine andere Welt. Vielleicht eine in der man wieder unbekümmert Lieder mitsingt die man nie zuvor gehört hat. „Dein fallendes Herz“ lässt eine Inspiration von Udo Lindenberg erahnen. Nicht nur die Texte sind gut durchdacht, sondern auch die Melodien lassen sich hören, als ob man sie bereits lange kennt. Man merkt, sie haben sich wirklich Gedanken gemacht. Und so ist es nicht eine Band von vielen, nicht eine die mal wieder irgendeine Platte produziert hat, die genauso klingt wie vieles andere. Es ist tiefsinnig und man hört es gerne und man hört es vor allem bewusst und aufmerksam.

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