Kritik | Real Love von “Sarah Connor”

Küstler:
Sarah Connor
Redaktions-Wertung:
Titel:
Real Love
Release:
8. Oktober 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Zweifache Mutter, X-Factor-Jurorin und eine der erfolgreichsten deutschen Sängerinnen – keine Frage, der Terminkalender von Sarah Connor dürfte ordentlich gefüllt sein. Dennoch merkt man das der sympathischen Hamburgerin nicht an. Sie strahlt wie eh und je, boxt aktuell ihre Schützlinge bei Vox Woche für Woche Richtung Finale und veröffentlicht in diesen Tagen auch noch ihr achtes Studioalbum „Real Love“. Die erste Single „Cold As Ice“ steht in den deutschen Charts bereits auf Platz 16 und das nach nur wenigen Tagen.

Für mich Anlass genug, das erste Album „Green Eyed Soul“ der Sängerin wieder aus dem Regal zu nehmen. Damals, vor mittlerweile neun Jahren, war Sarah sehr poppig, hat aber ihr Händchen für Balladen mit „From Sarah With Love“ (über 800.000 verkaufte Exemplare) bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt. 2010 ist Sarah Connor längst kein Teenie mehr, sondern eine gereifte Frau, deren Sound sich verändert hat. „Real Love“ ist eine gesunde Mischung aus Pop, Dance, Electro und R&B, die sowohl schnellere als auch sanftere Nummern bietet.

Mit „Cold As Ice“ geht das Album recht temporeich los. Der Song ist kompakt und beinhaltet abwechslungsreiche Wechsel, präsentiert sich aber mehr als eingängig und steht zu recht in den Top 20. „Carry Me Home“ beginnt ruhig, steigert sich aber enorm und schließt zum Vorgänger fast nahtlos an. „Leave With A Song“ wählt den Mittelweg, ist aber dennoch sehr tanzbar. Ein interessanter Mix aus Pop und R&B, bei dem Sarahs Stimme gut zur Geltung kommt. Mit „Real Love“ folgt der Titelsong und der ist eine kraftvolle Ballade, die perfekt für kalte Herbstabende geeignet ist.

Mit „Stand Up“ wird es anschließend wieder etwas rhythmischer. Besonders der Refrain geht hier ins Ohr und macht den Song zu einem echten Anspieltipp. Und auch „Break My Chains“ sollte nicht verpasst werden. Die Ballade ist einer der stärksten Songs auf „Real Love“ und hat durch das Streicher-Arrangement im Refrain Gänsehautpotenzial. „Can`t Get Over You“ fällt dann zunächst etwas dünner aus und erinnert anfangs an „From Zero To Hero“, entwickelt sich aber interessant. „It Only Hurts When I Breathe“ und „Back From Your Love“ können in der Balladen-Sparte punkten, wenn sie auch nicht ganz so kraftvoll sind. Obwohl das Meckern auf hohem Niveau ist, denn auf diesem Album gibt es eigentlich keine Schwachstellen.

„Time To“ läutet als Track 10 die elektronische Seite von „Real Love“ ein. Beim ersten Hören fand ich die Hintergrundgeräusche etwas störend, das vergeht aber. Auch „Rodeo“ war keine Liebe auf den ersten Klick, der Song hat aber einen ordentlichen Beat und animiert zum Tanzen. Track 12 hat mich kurzzeitig schockiert, denn es klang, als hätte ich eine CD von Benny Benassi im Player. „Better Man“ ist aber eine richtige Abgeh-Nummer, die eine völlig neue Seite von Sarah zeigt. Sicher nicht unbedingt jedermanns Geschmack, aber dennoch hörenswert. Richtig schmusig wird es mit den letzten drei Titeln des Albums: „Keep The Fire Burnin‘“, „Miss U Too Much“ und „Soldier With A Broken Heart“. Hier zeigt Sarah noch mal, warum sie eine der erfolgreichsten deutschen Künstlerinnen ist.

Tolle Frau, tolles Album. Für mich eine positive Überraschung. Stars wie Christina Aguilera haben in diesem Jahr ja schon bewiesen, dass eine tolle erste Single-Auskopplung noch lange kein solches Album mit sich bringen muss. Frau Connor hat es besser gemacht und punktet auf der ganzen Linie.

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