Kritik | Puder von „Puder“

Küstler:
Puder
Redaktions-Wertung:
Titel:
Puder
Release:
20. Januar 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Puder ist eigentlich etwas, was man nur aus dem Kosmetikbereich kennt. Catharina Boutari hat allerdings schon vor einigen Jahren bewiesen, dass Puder sehr viel mehr sein kann. Glitter, Glamour, Pop. Zucker für die Seele. Und dass Puder tanzbar ist. Sehr sogar. Das stellt die junge Dame mit ihrem gleichnamigen Album direkt unter Beweis, schon die erste Single „Großstadtkonkubinen“ ist ergreifend.

“Puder“ ist übrigend das neue alter Ego der Hamburgerin. Es war Zeit, sich neu zu erfinden und deshalb meldet sich Catharina mit zwölf neuen Songs zurück. Nach drei Alben, einer EP und der Geburt des ersten Kindes. Der Kopf ist neu gestylt, etliche Gigs sind bereits gespielt. Catharina versucht sich ohne Band, ganz allein. Sie saugt alle möglichen Einflüsse in sich auf, hört viel Musik und entdeckt so Minimal und auch den guten alten Pop. All das vermischt sie miteinander, wie auf dem Cover von „Puder“. Packt Disco, Groove und auch mal Orgel und Schlagzeug auf eine Scheibe, die in nur drei Wochen entsteht. An ihrer Seite, als Produzent, ihr guter Freund Florian Sommer, der ihr in den Monaten vorher schon geholfen hat, die eigene Vision zu verdichten, indem er immer wieder zugehört, hinterfragt, reduziert und Ideen geliefert hat, aber vor allem, sie aufgefordert hat, nichts als sie selbst zu sein.

“Puder“ wird vom gleichnamigen Titelsong eröffnet. Mit einer jaulenden Hammondorgel und der schlichten Aufforderung Tanz! Bei “Meinen Kindern die Welt“ schleppt dagegen das Schlagzeug den Groove und die Orgel das Riff, bis man irgendwann auf „Großstadtkonkubinen“ trifft. Die erste Single, die von der Großartigkeit des Stadtlebens erzählt und damit wunderbar auf diese ganz und gar urbane CD passt. Neben Hochhäuser und an Straßenrändern. Doch es sind auch ernste Themen wie die Unfassbarkeit des Völkermordes, die Catharina anspricht. Und zwar ohne ein Blatt vor den Mund und die Lust am Tanzen und Berühren lassen zu nehmen. Damit ist „Puder“ deutlich vielschichtiger als die bisherigen CDs der Musikerin und eine sehr authentische, interessante Bereicherung für die deutsche Musikszene.

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