Kritik | Progressed von „Take That“

Küstler:
Take That
Redaktions-Wertung:
Titel:
Progressed
Release:
17. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Sieben Monate ist es gerade einmal her, dass Take That ihr Comeback gefeiert haben. Ihr Wir-sind-wieder-da-Album „Progress“ konnte sich über drei Millionen Mal verkaufen und schaffte es sogar auf das Silbertreppchen der schnellstverkauften Alben der britischen Musikgeschichte. Beachtlich, schließlich sind Gary, Robbie, Mark, Jason und Howard auch nicht mehr die Jüngsten und haben in der Zwischenzeit teilweise recht ordentliche Solo-Karrieren hingelegt. Trotzdem bekommen Take That nicht genug und legen jetzt, nur ein halbes Jahr später, mit der 2CD-Edition „Progressed“ nach.

Die enthält alle Songs von „Progress“, zusätzlich – es muss sich ja lohnen – aber auch noch acht neue Titel. Und die sind nicht einfach nur irgendwie hintendran geschustert, sondern durchaus eigenständig. Die Single „Love Love“ hat es beispielsweise direkt auf den neuen „X-Men“-Soundtrack geschafft und zeigt, dass Take That nicht nur poppig können. Auch bei „Man“ beugen sich die Herren dem modernen Dance, versuchen aber, zumindest im Refrain, nach den 90s zu klingen. Wahrscheinlich zeigen sie sich deshalb bei „When We Were Young“, einer Schmacht-Nummer, bei der vor allem Robbie zu hören ist und die bei wohl jedem Eurovision Song Contest im guten Mittelfeld landen würde, so sentimental.

„The Day The Work Is Done“ ist auch eher ein schnell angelegter Track, bei dem Mark Owen im Wechsel mit Gary Barlow am Mikro steht. So wirklich vom Hocker reißt der Song aber nicht. Dazu ist er zu unspektakulär. Ebenso „Aliens“, bei dem nicht nur der Titel merkwürdig ist. „Don’t Say Goodbye“ hat da schon eher Avancen zum Ohrwurm und entpuppt sich als interessante Ballade. Wie auch „Wonderful World“. Der Song bildet den Abschluss des „Mini-Albums“ bzw. der zweiten CD und ist ruhig, aber irgendwie auch nicht wirklich neu.

Nachdem „Progress“ eher mittelmäßig war und seinen Hype lediglich dem Umstand der Wiedervereinigung und nicht zuletzt Robbie Williams zu verdanken hat, kommt auch „Progressed“ nicht unbedingt über diesen Status hinaus. Besonders ärgerlich ist, dass es die acht neuen Songs nicht einzeln zu kaufen gibt, sondern man praktisch auch immer noch das Re-Union-Album aufs Auge gedrückt kriegt. Gut, es besteht zwar die Möglichkeit, sie als MP3 bei Amazon herunterzuladen, aber nicht jeder kann mit digitalen Tracks etwas anfangen. Wären die acht neuen Songs in „Progress“ direkt integriert wurden, hätte das Album in der Kritik vielleicht noch etwas besser abgeschnitten. Sie erscheinen streckenweise deutlich gelungener als das, was Gary und Co. vor einem halben Jahr abgeliefert haben. Trotzdem: Ein richtiger Knaller fehlt!

Im Juli kommen Take That übrigens für drei Termine nach Deutschland. Vielleicht können sie in Hamburg, München und Düsseldorf ja noch einen draufsetzen und live mehr überzeugen.

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