Kritik | Parole von „Konrad Wissmann“

Küstler:
Konrad Wissmann
Redaktions-Wertung:
Titel:
Parole
Release:
31. Mai 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Konrad Wissmann ist einer der Musiker, die man auf den ersten Blick durchaus gern unterschätzt. Der 29-Jährige sieht aus, wie der nette Junge von nebenan. Und das ist er auch. Obendrein ist er aber auch noch musikalisch und schreibt/singt wirklich schöne Songs. Das beweist er auch auf seinem Debüt „Parole“, das heute erscheint.

Das beginnt mit dem Opener „1,2,3,4“ und klingt, als würde Philipp Poisel singen. Stilistisch ähnelt Konrad ihm hier sehr.  Zum Glück findet er in den restlichen elf Titeln aber doch seinen eigenen Stil und auch seine Stimme wird mit jeder Nummer markanter und vielseitiger. So entpuppt sich der junge Mann letztlich als eine Mischung aus Poisel und Roger Cicero, ist aber eigenständig genug, um ein gesamtes Album zu füllen.

Und zwar nicht nur mit eigenen Stücken, sondern auch vielen Neuinterpretationen wie „Sie“ („She“, im Original von Charles Aznavour and Herbert Kretzmer/Aznavour; bekannter dürfte aber die Version von Elvis Costello sein), „Du lässt dich gehen“ (im Original „Tu te laisser aller“ ebenfalls von Aznavour), „Cèst si bon“ (von Henri Betti) oder „Und ich und ich und ich“ („Et moi, et moi, et moi“). Denen verpasst Konrad Wissmann ein wirklich frisches Auftreten, mit seiner ganz eigenen Art.

Mit selbst komponierten Titeln (gemeinsam mit Michel van Dyke) wie „Erst das Ende, dann der Anfang“ oder „Was hält dich noch zurück“ beweist der Hamburger, dass er aber nicht nur covern kann.  Er spielt mit Stilmitteln aus Jazz, Chanson und heutigem Singer/Songwriter-Pop. Und dreht aus all diesen Zutaten schließlich wie selbstverständlich sein ganz eigenes Ding.

Das hört man sich gern an, weil es eben facettenreich ist. Und weil Konrad Wissmann eine so angenehme Stimme hat, die sich unbeschwert mit Spielfreude und Leidenschaft für die Musik paart. In der Riege der deutschsprachigen Künstler muss sich der Multiinstrumentalist keinesfalls verstecken. Ganz im Gegenteil. Eine schöne Überraschung, sein „Parole“.

 

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