Kritik | Nica & Joe von “Nica & Joe”

Küstler:
Nica & Joe
Redaktions-Wertung:
Titel:
Nica & Joe
Release:
16. Dezember 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Nica und Joe waren ganz sicher eines der ungewöhnlichsten Pärchen bei der diesjährigen “X-Factor”-Staffel. Er, Amerikaner, und von Das Bo gern als “Frosch” bezeichnet, sie, gebürtige Polin, mit einer Stimme, die an Lara Fabien erinnert. Veronika Belyavskaya und Joseph Guyton harmonieren trotz immenser Unterschiede aber ganz wunderbar miteinander. Und sie beweisen, dass sich glamouröser Pop und virtuose Klassik einmalig kombinieren lassen. Auch nach “X-Factor”, denn dort hat es für die beiden letztlich “nur” zu Platz 3 gereicht.

Sie haben aber keinen Plan B parat. Sie selbst hätten wohl nie damit gerechnet, in der Castingshow so weit zu kommen. Und auch Mentorin Sarah Connor hat scheinbar erst in den letzten Wochen und Folgen so richtig erkannt, welches Potenzial die Verbindung Nica (Pop) und Joe (Klassik) so mit sich bringt. Vor den Liveshows mussten sich Nica und Joe schließlich immer und immer wieder anhören, dass man sich nicht vorstellen kann, dass es viele Titel für ihre Art von Gesang gibt.

Das erste Album des Dreamteams, das seit dem 16. Dezember zu haben ist, tritt nun aber scheinbar den Gegenbeweis an. So ist darauf nicht nur die erste Single “Build A Palace”, die beide im Finale gesungen haben, vertreten, sondern es sind auch viele Titel zu finden, die während der gesamten Show zu hören waren. Somit ist das Album vielleicht nicht ganz das geworden, was Fans erwartet haben. Denn bis auf die bereits erwähnte Single finden sich nämlich ausnahmslos Coversongs auf dem Longplayer. Von “Who Wants To Live Forever” (Queen) über “Nothing Else Matters” (Metallica) bis hin zu “Stay” (Shakespear’s Sister). Den Abschluss bildet “Build A Palace” in einer italienischen Version. Das ist zwar ganz nett, irgendwie hätte man sich aber gewünscht, dass sich die beiden etwas mehr Zeit lassen und eigene Songs zum Besten geben.

Denn das nötige “Werkzeug” dazu haben sie allemal.  Während der 32-jährige Joe seine Karriere an der renommierten New Yorker „Juilliard School of Music“ begonnen hat, und später ins „Placido Domingo Young Artist Program“ aufgenommen wurde, hat Nica am „Conservatorium Maastricht“ Gesang studiert. Das Schicksal wollte es dann wohl so, dass sich die beiden 2011 bei einem Konzert begegnet sind, als Kollegen. Joe war derart begeistert von Nica, dass er sie spontan fragte,  ob sie ihn zum „X Factor“-Casting als Duett-Partnerin begleiten würde. Und diese Experimentierfreudigkeit hat sich ganz offensichtlich ausgezahlt.

Während der Show haben sie Dance, Rock, Metal, Oper und weltbekannte Pop-Hymnen auf eine ganz neue Art interpretiert und die Zuschauer jede Woche mit der Wahrhaftigkeit ihrer sagenhaften Stimmen verzaubert. Joe sagt dazu: “Es ist eine Art Magie, die zwischen uns auf der Bühne herrscht – das ist ganz selten und unglaublich inspirierend”. Inzwischen verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft. Und natürlich die Liebe zur Musik! Davon kann man sich auf “Nica & Joe” zweifellos überzeugen, auch, wenn einige Nummern ein wenig überproduziert und too much erscheinen.

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