Kritik | New York, Rio, Rosenheim von „Sportfreunde Stiller“

Küstler:
Sportfreunde Stiller
Redaktions-Wertung:
Titel:
New York, Rio, Rosenheim
Release:
24. Mai 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Die Sportfreunde Stiller kann man getrost als ein Stück deutsches Kulturgut bezeichnen. Mit ihrem eigensinnigen Singstil, ihren provokanten, direkten Texten und nicht zuletzt ihren eingängigen Hymnen (man erinnere sich an „Ein Kompliment“ oder „Ich, Roque“) haben sie sich in den letzten zehn Jahren in die Herzen der Republik gesungen.

Ihre Hits, ihre Alben glichen einem einzigen Schlagabtausch. Bis – ja, bis sich die Band im Mai 2009 dazu entschied, eine Pause einzulegen. Eine wohlverdiente, das sei erwähnt. Doch da war eben die Unsicherheit der Fans: Würden sie wieder zusammenkommen? Wieder ein Album aufnehmen? 2013 antworteten die Sportfreunde Stiller mit einem lauten „Ja“. Seit dem 24. Mai steht „New York, Rio, Rosenheim“ in den Plattenläden.

Und die Scheibe fackelt nicht lange, sie rockt von der ersten Sekunde an. Auf den Punkt gebracht, voller Energie und eben typisch Sportis schafft das sechste Studioalbum der Jungs mühelos den Sprung in den Gehörgang. Sicher sind die Sportfreunde Stiller nicht mit Bands wie Radiohead und Co. zu vergleichen, sie haben nur bedingt internationales Potenzial – dafür kann man ihre Scheiben bedenkenlos aufdrehen und selbst nach dem zehnten Bier noch einwandfrei mitgröhlen. Das hat „’54, ’74, ’90, 2006 / ’54, ’74, ’90, 2010“ mehr als bewiesen.

Und auch auf dem neuen Album finden sich wieder Songs, die direkt im Gedächtnis bleiben. „Applaus, Applaus“ zum Beispiel. Durchaus als „Ein Kompliment 2.0“ anzusehen. Oder „Unter unten“. Besonders hervorheben muss man aber „Festungen & Burgen“, das in einfachen, dafür umso ergreifenderen Versen die Sprachlosigkeit und Unfähigkeit von Menschen, im Leid Gefühle zu teilen, thematisiert. Ein Song, der einem die Hand entgegenstreckt und mitten ins Herz zielt.

Produziert wurde das Album übrigens mit zwei alten Freunden der Band: Oli Zülch und Dave Anderson. Und die haben ganze Arbeit geleistet. Die Sportis laufen auf „New York, Rio, Rosenheim“ wieder zu Höchstform auf und liefern ein Album, das ihre solide Sympathie praktisch greifbar macht. Flo, Rüdiger und Peter sind einfach coole Kumpeltypen, mit denen man gern mal um die Häuser ziehen würde. Passend dazu könnten die Straßen mit „Hymne auf dich“ beschallt werden.

„Daumen hoch an alle und eine riesige Umarmung! Mit Spaß und Herz haben wir ein neues Album erschaffen. Ich freu mich sehr“, so Flo über „New York, Rio, Rosenheim“. Wir freuen uns auch. Schön, dass die Sportis wieder da sind und uns ist mit ihrem Longplayer ein gutes Gefühl geben. Denn ist das nicht Sinn und Zweck von Musik?

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2 Kommentare

  1. Toller Kritik, ihr versteht was von Musik im gegensatz zu den Totteln von lau.de. Weiter so liebe cd-bewertung.de team.

    Sportfreunde 4 Ever

  2. …Trotteln von laut.de meinte ich :o)

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