Kritik | Nahaufnahme von „Christina Stürmer“

Küstler:
Christina Stürmer
Redaktions-Wertung:
Titel:
Nahaufnahme
Release:
24. September 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Jaja, die Castingshows. Für so manchen waren sie ein Fluch, für andere wie Christina Stürmer ein Segen. Seit 2003 schreibt die Österreicherin Erfolgsgeschichte und stürmt, wie es ihr Name schon vorgibt, die Charts. Bislang hat es jedes ihrer Alben in Österreich auf Platz 1 geschafft und daran wird sich mit der neuesten Scheibe „Nahaufnahme“ sicher auch nichts ändern.

In Deutschland lässt der ganz große Durchbruch noch auf sich warten. Außer „Ich lebe“ (2003), „Mama (Ana Ahabak)“ (ebenfalls 2003), „Nie genug“ (2006) und „Fieber“ (2008) hat es kein Song in die Top 15 geschafft und besonders 2009 lief es nicht sonderlich gut für Christina. Ihr Album „In dieser Stadt“ kletterte zwar bis auf Position 6, die Single-Auskopplungen „Ist mir egal“ und „Mehr als perfekt“ blieben aber weit hinter den Erwartungen zurück und die Konzerthallen teils halb leer.

Dennoch folgt nun knapp 1,5 Jahre später bereits das nächste Album. Auf dem Cover präsentiert sich Christina Stürmer selbstbewusst und erwachsen. Es ist ein musikalisches Portrait, das mit tiefgründigen Texten und tollen Kompositionen überzeugt. Die erste Single „Wir leben den Moment“ steht in Österreich bereits auf Platz 10, hierzulande auf der 31, und knüpft an frühere Erfolge der Österreicherin an. Sie erinnert sogar ein wenig an „Ich lebe“ und ist eine stimmungsvolle Hymne, die gute Laune macht. Den gleichen Weg schlägt „Juniherz“ ein. Doch Christina kann auch anders. Ihre nachdenkliche Seite stellt sie mit „Wenn die Welt untergeht“ unter Beweis. Text und Melodie harmonieren perfekt, Christinas Stimme kommt gut zum Vorschein. Auch „Warum“ ist eine schöne Ballade, die die Österreicherin bereits in der RTL-Soap „Alles was zählt“ vorgestellt hat, deren Titelsong ja bekanntermaßen seit Folge 1 „Nie genug“ ist.

Einer der stärksten Songs ist für mich „Gib mir den Sommer zurück“. Angesichts der nass-kalten Temperaturen möchte man am liebsten mit einstimmen, denn die Nummer ist eingängig arrangiert und ziemlich rockig. Es scheint, als hätte Christina Stürmer die Energie zurückgewonnen, die ihr beim letzten Album gefehlt hat. „Nahaufnahme“ ist bislang definitiv eines ihrer stärksten Werke und dürfte mit attraktiven Chartplatzierungen belohnt werden. Für mich fehlt dennoch eine gewisse Weiterentwicklung, denn nach zehn Jahren im Musikgeschäft wäre eine musikalische Veränderung nicht verkehrt.

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