Kritik | Mylo Xyloto von „Coldplay“

Küstler:
Coldplay
Redaktions-Wertung:
Titel:
Mylo Xyloto
Release:
21. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

My-lo zy-letoe. So spricht man den Titel des neuen Coldplay-Albums, dem fünften Werk der Briten, auf das wir knapp 3,5 Jahren warten mussten. Mit der Arbeit daran haben Chris und Co. bereits im Dezember des letzten Jahres begonnen. Heimlich, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im Juni wurden dann die ersten Singles bei Rock im Park präsentiert und das Echo war durchweg positiv. Nun steht die Scheibe bereits seit Mitte Oktober in den Läden und wartet darauf, gehört zu werden.

Die Erwartungen waren selbstverständlich groß, denn Coldplay selbst haben die Messlatte hoch gelegt. Sehr hoch. Besonders mit ihren letzten beiden Alben „X & Y“ und „Viva la Vida or Death And All His Friends“. Damals war ihr Sound noch sehr eigen, fernab von Mainstream oder allzu gängigem Pop. Mit „Mylo Xyloto“ ändert sich das jetzt und nicht allen Fans der Pop-Rock-Band dürfte das zusagen.

Dabei ist „Mylo Xyloto“ eigentlich als Konzeptalbum zu verstehen. Es behandelt die Liebesbeziehung zwischen Mylo (m) und Xyloto (w), auch wenn dieser Titel, der Band zufolge, keine wirkliche Bedeutung hat. Es sind die einzelnen Titel, die eine Geschichte erzählen. Und die schlägt sowohl leise als auch laute, rockige Töne an. Was aber fehlt, sind richtige Highlights. Einzig „Paradise“, „Us Against The World“, „U.F.O.“ und „Don’t Let It Break Your Heart“ stechen positiv aus der Masse heraus. Die restlichen Songs gleichen einer homogenen, synthie-elektronisch angepanschten Masse, bei der Colplay nicht mehr die zu sein scheinen, die sie einmal waren. Mit zu den größten Enttäuschungen und Fehlplatzierungen zählt dabei das Duett mit Rihanna bei „Princess of China“.

Besonders Songs vom Format eines „Paradise“ hätte man sich mehr auf dem Album gewünscht. Songs, mit dieser gewissen Note Coldplay, die einfach sofort einen gewissen Zauber entfalten und eben nicht wie alle anderen Titel klingen. Kommt kurzzeitig Coldplay-Feeling auf, so verfliegt dieses jedoch schnell wieder. Eine echte Atmosphäre will sich bei „Mylo Xyloto“ nicht aufbauen. Die bunte Farbenvielfalt vom Cover findet sich somit keinesfalls auf der Tracklist wieder. Im Gegenteil. Es scheint, als könnten Coldplay nur noch Schwarz und Weiß malen. Aber: Wer will schon zum Schwarz-Weiß-Fernsehen zurück, wenn er erst einmal das Farbfernsehen erlebt hat?

Schade, Coldplay. Da wäre viel, viel mehr möglich gewesen. Letztlich ist „Mylo Xyloto“ zu 60% ein Album geworden, das ebenso bedeutungslos zu sein scheint, wie sein ominöser Titel.

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