Kritik | Move Like This von „The Cars“

Küstler:
The Cars
Redaktions-Wertung:
Titel:
Move Like This
Release:
6. Mai 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Shake It Up“, „Drive“ oder „Magic“  – das waren die Songs, mit denen The Cars in den 80er Jahren Bekanntheit erlangt und ihre größten Erfolge gefeiert haben. 1988 löste sich die Band nach verhaltenen Reaktionen auf ihr Album „Door to Door“ jedoch auf und Benjamin Orr und Ric Ocasek versuchten sich solo. Bis man 2010 wieder zueinanderfand, wenn auch ohne Orr, der 2000 tragischerweise an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb. Im März haben The Cars nun die erste neue Single „Sad Song“ veröffentlicht, vor wenigen Tagen ist das dazu gehörige Album „Move Like This“ erschienen. Das Erste seit 1987.

Dazwischen liegen also stolze 24 Jahre und damit eine außergewöhnlich lange Zeit. The Cars sind allerdings nicht die Einzigen, die in Comeback-Laune sind. In den letzten Monaten gab es auffällig viele Revivals. Einige waren vielversprechend, andere schlichtweg unnötig. The Cars kommt vielleicht ihre Erfahrung in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten zugute, denn sie haben ihr Album zur Hälfte selbst produziert, den Rest hat Jacknife Lee übernommen. Eigentlich haben sich die Männer nur aus einer Laune zusammengefunden, denn Ocasek hatte da so ein paar Songs geschrieben, die er seinen Kollegen vorstellen wollte. „Nach 10 Minuten Proben war alles wieder da“, so der Sänger.

Der Titel „Move Like This“ gibt dabei schon vor, dass Stillsitzen im neuen Jahrtausend nicht unbedingt gewollt ist. Die Scheibe steckt voller Uptempo-New-Wave-Nummern, die zwar nicht unbedingt sofort Besitz vom Hörer ergreifen, aber durchaus wissen, wie sie gefallen können. Bereits der Opener „Blue Tip“ beweist das. Wirkt er anfangs doch etwas ungewöhnlich und recht elektronisch, entfaltet er nach einigen Durchgängen sein Potenzial und bleibt, zumindest melodiös, im Kopf. Das liegt nicht zuletzt an der Stimme von Ric Ocasek, der alle zehn Titel des Albums allein eingesungen hat. Orr fehlt zwar, ist aber ganz bewusst nicht ersetzt worden.

Das hat „Move Like This“ auch nicht nötig, denn die Musik spricht für sich. The Cars sind ohne Frage älter geworden, aber sie wissen immer noch, wie man eine gute Platte produziert. Sie ist freilich nicht perfekt, hat aber dennoch interessante und eingängige Ambitionen, die sowohl Pop als auch 80s, Rock und Rock’n’Roll miteinander vermischen. Langeweile kommt deshalb keinefalls auf. Schon gar nicht bei Songs wie „Too Late“, „Keep On Knocking“ und der Ballade „Soon“. Fans der frühen Alben von The Cars dürften mit „Move Like This“ und dem Comeback deshalb durchaus zufrieden sein. Es ist eine kurzweilige Platte geworden, die es irgendwie schafft, immer und immer wieder gehört werden zu wollen. Und was will man nach 24 Jahren mehr?

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