Kritik | Moulin Groove von „Pierre Ferdinand et les Charmeurs“

Küstler:
Pierre Ferdinand et les Charmeurs
Redaktions-Wertung:
Titel:
Moulin Groove
Release:
16. September 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Akuter französischer Akzent und die Frage nach dem Wahrheitsgehalt

Ohne es zu wissen hört man einen kleinen Hauch von Stefan Raabs Eingebungen aus der Musik von acht lustigen und überaus musikalischen Franzosen heraus. Und es ist in der Tat so: Pierre Ferdinand et les Charmeurs werden beim diesjährigen Bundesvision Song Contest von TV Total am 29.09.2011 in Köln antreten. Mit dem Song „Ganz Paris ist eine Disco“ vertritt die französischste Band Deutschlands das doch französischste Bundesland: das Saarland.

Das Album der acht Musiker, die alle, bis auf den japanischen Posaunisten Jacques Kamoto, ursprünglich aus Frankreich stammen, ist eine Mischung aus Chansons mit Big-Band-Charakter und Disko-Fieber. Es gibt zwei Möglichkeiten eines ersten Eindrucks: Entweder ist man schon beim ersten Lied „Ich hab Alain Delon geseh’n“ genervt von dem französischen Akzent oder man findet die Musik und den aus Avignon stammenden Frontmann Pierre Ferdinand einfach interessant und will mehr hören. Der Hörer fragt sich ob die kleinen Geschichten, die in den sieben Liedern besungen werden wahr sind und die Erinnerungen von einem kleinen Apfelbaum und einem schiefen Häuschen in Frankreich tatsächlich erlebt wurden. Die Erzählung, dass Pierre „alles was er von der Liebe weiß“ durch niemand anderen als die französische Sängerin Mireille Mathieu gelernt hat ist möglich. Auch dass Pierre den französischen Schauspieler Alain Delon „an der Seine“ gesehen hat als er noch ein Kind war kann man sich vorstellen. Das französischste Instrument darf auch nicht fehlen. Und so schwingt man vor Sehnsucht nach Paris bei manchen Liedern mit und denkt bei den Akkordeonklängen an ein kleines Straßencafé auf der Île de la Cité.

Man muss bei den Liedern von Pierre Ferdinand et les Charmeurs vor einem warnen: Ohrwurmalarm! Die deutsch-französischen Reime sind schon zum Schmunzeln („Ich denk noch einmal wie es war / und sage uns dann Au Revoir“). Und dass sich die acht Musiker nicht nur so nennen, sondern auch selbst für wahre Charmeure halten, zeigen sie in ihren Texten: du „versprühst überall Savoir-Faire / Das hab ich alles von Pierre“. Welche „Mode en vogue ist“ wissen die Franzosen, sie haben „einen süßen Accent“ und „gelernt sich zu bewegen“. Scheinbar haben sie es voll drauf. Jetzt ist abzuwarten wie sie sich Ende September in Köln schlagen.

Sebastian, die kleine Krabbe mit dem französischen Akzent, die einen in Disneys Klassiker „Arielle“ mit unterhaltsamer und flotter Musik mitreißt, ist wohl zum Mensch geworden. Und so lauscht man dem Album weiter, gespannt was sich die acht lustigen Franzosen wohl in ihrem nächsten Lied ausgedacht haben. Aber eine Frage bleibt offen: Wie findet man den französischen accent… Verzeihung Akzent eigentlich?

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