Kritik | Mir So Nah von „Cassandra Steen“

Küstler:
Cassandra Steen
Redaktions-Wertung:
Titel:
Mir So Nah
Release:
29. April 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Gefühlvoll, kraftvoll und mit einer der schönsten deutschen Soulstimmen hat Cassandra Steen sich in den letzten Jahren in die Herzen ihres Publikums gesungen. Seit sie mit 17 Jahren erstmals auf dem Album „Quadratur des Kreises“ von Freundeskreis zu hören war, ist sie nicht mehr wegzudenken aus den Charts und verteidigt ihren Rang in der Musikszene mit jeder Menge Leidenschaft und Einfühlsamkeit. Zwei Alben hat sie bislang herausgebracht und beide enthielten erfolgreiche Singles wie „Alles was du willst“, „Darum leben wir“ oder „Stadt“. Dennoch sieht es so aus, als würde ihr drittes und aktuelles Album „Mir so nah“ die bisherigen Erfolgsbilanzen mit Leichtigkeit toppen.

Denn obwohl das Album erst am 29. April erschienen ist, steht es in Österreich und der Schweiz bereits in den Top 50, in Deutschland auf Position 5. Die erste Singleauskopplung „Gebt alles“ hat innerhalb von knapp 1,5 Monaten Platz 31 erreicht und wird sicher noch steigen. Das könnte daran liegen, dass Cassandra sich bislang auf keinem Album so persönlich und intim gezeigt hat. Kannte man sie bisher eher zärtlich und bedacht, so zeigt die auf „Mir so nah“, dass sie durchaus auch anders kann. Starke Texte und Melodien stehen zwar nach wie vor im Vordergrund, die Stuttgarterin greift aber auch auf etwas rockigere und schnellere Elemente zurück. Bei „Symphonien“ wird es sogar ungewohnt elektronisch und auch das kann eine Cassandra Steen. Auch, wenn der Song irgendwie leicht aus dem musikalischen Rahmen fällt.

Dennoch: Alle 14 Titel des Albums glänzen mit einem unheimlichen Facettenreichtum und zeigen deutschen Soul-Pop in vollendeter und schönster Form. Es scheint, als hätte sich Frau Steen mit diesem Album selbst übertroffen. Die teilweise Rückkehr zu Moses Pelham scheint deshalb kein Schritt zurück gewesen zu sein. Der Spagat zwischen leidenschaftlichen Balladen und anspruchsvollen Uptempo-Nummern ist groß, Cassandra scheint ihn allerdings mit einem sanften Lächeln zu bewältigen. Sieht man sich das Cover und das Booklet zu „Mir so nah“ an, wird deutlich, dass die Sängerin nicht nur innere, sondern auch äußere Schönheit zu bieten hat. Selten hat man sie so verführerisch und selbstbewusst erlebt. Sie gibt, wie sie es auch auf ihrem Album besingt, alles! Wobei man sich ganz sicher sein darf, dass da noch mehr in ihr schlummert.

Mit „Mir so nah“ beweist Cassandra Steen, dass sie noch längst nicht dort angekommen ist, wo sie hin will. Sie entwickelt sich weiter, sie verändert sich und wir alle dürfen daran teilhaben, lauschen. Es ist eine spannende Reise. Eine, die unter die Haut geht. Und ja, noch nie war man der schönen Sängerin so nah! Wer sich davon selbst überzeugen will, kann auf ihrer Homepage in ihre aktuelle Scheibe rein hören.

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