Kritik | Merry Christmas II You von „Mariah Carey“

Küstler:
Mariah Carey
Redaktions-Wertung:
Titel:
Merry Christmas II You
Release:
26. November 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Es lässt sich nicht mehr leugnen: Weihnachten steht vor der Tür! Das nutzen viele Künstler, um kurz vor Jahresende noch mal ein Best-of-Album auf den Markt zu bringen. Oder eben mit Weihnachts-CDs auf das Fest der Liebe einzustimmen, so wie Mariah Carey. Mit „Merry Christmas II You“ ist am 26. November bereits das zweite Weihnachtsalbum der New Yorkerin erschienen, denn schon vor 16 Jahren wünschte sie ihren Fans „Merry Christmas“ und legte damit eines der erfolgreichsten X-Mas-Alben aller Zeiten unter den Weihnachtsbaum. Unvergessen: Die legendäre Single und Hymne für alle Verliebten: „All I Want For Christmas Is You”.

Die ist auch auf „Merry Christmas II You” zu finden, allerdings in einem völlig neuen Gewand. Zudem erwarten Hörer zwölf weitere besinnliche Titel, darunter vier selbst komponierte Songs, zu denen (nach dem Intro) bereits der Opener „Oh Santa“ zählt. Hier geht es alles andere als ruhig zu, denn ganz weihnachts-untypisch ist der Track eine Uptempo-Nummer, die von einem Gospel-Cheerleader-Chor eröffnet wird und zum Mitwippen animiert. Der Stil erinnert an „All I Want For Christmas Is You”, was ja nicht unbedingt verkehrt ist, schließlich konnte die Single zwischen 2005 und 2008 immer wieder Platz 1 der amerikanischen Charts belegen und ist auch als Klingelton nach wie vor beliebt.

Mit „O Little Town Of Bethlehem / Little Drummer Boy Medley”, „Christmas Time Is In The Air Again“ und „The First Noel“ wird es im Anschluss klassisch und ruhiger. Erst „When Christmas Comes“ mutet dann etwas moderner an und klingt eher nach einem R&B- als Weihnachtssong. Und auch „Here Comes Santa Claus“ dürfte überraschen, denn der Track mischt Besinnlichkeit mit Funk und einem Hauch 80s. Eine ungewöhnliche Mischung, die etwas gewöhnungsbedürftig ist. Besser gefällt da „Charlie Brown Christmas“, das von James Wright und Randy Jackson produziert wurde. Der Track beginnt zunächst sehr rhythmisch, geht dann aber sanft in „Christmas Time Is Here” über.

„O Come All Ye Faithful / Hallelujah Chorus” ist der einzige Titel auf dem Album, bei dem Mariah stimmlich Unterstützung bekommt. Und zwar von keiner geringeren als Patricia Carey, ihrer Mutter! Erst singen beide einzeln, zum Schluss gemeinsam. Ein ganz besonderes Duett, bei dem Mariah ihr unglaubliches Stimmvolumen unter Beweis stellt. Nachdem man Patricia Carey gehört hat, kann man ungefähr erahnen, woher sie das wohl hat. Mit „O Holy Night“ folgt anschließend eine Live-Version, die in der Westminster Presbyterian Church in Los Angeles aufgenommen wurde. Begleitet wird Mariah hier von einem Chor, was dem Song Gospelcharakter verleiht.

Nach dem ruhigen „One Child“ ist dann schließlich das heiß erwartete „All I Want For Christmas Is You” zu hören. Und zwar in einer besonders festlichen und orchestralen Version. Auch das Intro wurde verändert – eine Idee, die Mariah morgens um 6 Uhr gekommen ist – und wirkt stimmig. Den Abschluss der Platte bildet der Klassiker „Auld Lang Syne (The New Year’s Anthem)“. Begleitet von einem Chor und Klavier beginnt der Song zurückhaltend, entwickelt sich aber zu einer Tanznummer mit Gute-Laune-Faktor.

Fazit: „Merry Christmas II You” ist definitiv kein klassisches Weihnachtsalbum. Wer das erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Viele Songs wurden interessant und neu interpretiert und die Einflüsse von Pop, Dance, Funk und R&B sind durchaus nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass Mariah mit der Arbeit an der Platte bereits im Juni, also im Hochsommer, begonnen hat.

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