Kritik | McCartney & McCartney II von „Paul McCartney“

Küstler:
Paul McCartney
Redaktions-Wertung:
Titel:
McCartney & McCartney II
Release:
10. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Muss man zu Paul McCartney noch etwas sagen? Eigentlich nicht. Der Ex-Beatle zählt seit mehr als einem halben Jahrhundert zu den Urgesteinen der Populärmusik und hat auch als Solist beachtliche Erfolge eingefahren. Aber was, wenn man nahezu alles erreicht hat und es nichts gibt, was noch herausfordert? Dann setzt man sich ganz einfach an eine Paul McCartney Archive Collection und remastert frühere Alben. Zum Beispiel „McCartney“ (1970) und „McCartney II“ (1980).

Das allein reicht aber nicht. Um die neu aufgelegten Alben interessant zu machen, versieht man sie auch noch mit privaten Fotos (Paul macht Handstand, Paul im unvorteilhaften Strandoutfit, Paul im Studio), die Linda McCartney gemacht hat, und Bonus Audio CDs, auf denen B-Seiten und alternative Versionen von Songs zu hören sind. Verpackt in einem schicken Booklet wird daraus schnell ein Exemplar, das Fans und Sammler nur zu gern in ihrem Paul McCartney Schrein stehen haben möchten.

„McCartney“

Wer Paul McCartney mag und kennt, wird bereits wissen, dass ihn im Rahmen der Archive Collection gewohnt gute Musik erwartet. „McCartney“ war vor mehr als 40 Jahren das erste Album von Paul. Er hat jedes Instrument selbst eingespielt und überhaupt das gesamte Album im Alleingang hingelegt. Der 17. April des Jahres 1970 war deshalb nicht nur der erste Tag als Solokünstler, sondern bedeutete gleichzeitig auch das Ende der Beatles-Ära. Die Aufnahmen zu den 13 Titeln des Albums fanden bei Paul zu hause, in den Morgan Studios und in den durch die Beatles legendär gewordenen Abbey Road Studios statt. Immer mit von der Partie war Linda, Pauls Ehefrau. Als Fotografin, Musikerin und Muse war sie für den kreativen Kopf in nahezu jeder Sparte eine Bereicherung. Nicht nur deshalb hat ihr Paul den ersten Song „The Lovely Linda“ auf seinem Album gewidmet.

Auf dem Cover von „McCartney“ sind heute wie damals eine Schale und Kirschen zu sehen. Interpretationen dafür gibt es viele. Auf der Rückseite sind Paul und seine kleine Tochter Mary abgebildet. Im Booklet selbst finden sich viele Fotos aus Urlaub und Alltag, die einen ungewohnt privaten Einblick in das Leben der Familie McCartney geben. Die Tracklist umfasst Titel wie „Valentine Day“, „Junk“ und „Momma Miss America“. Mit einer Gesamtspielzeit von knapp 36 Minuten fällt das Album recht kurz aus, die Bonus CD sorgt aber für akustischen Nachschub.

„McCartney II“

Das dritte Album von Paul, das im Mai 1980 auf den Markt kam, fiel mit rund 39 Minuten Laufzeit auch nicht wirklich länger als „McCartney“ aus, war aber zugleich ein kleiner Meilenstein in der musikalischen Entwicklung von Paul McCartney. Erstmals hat er mit Synthesizern gearbeitet und im Studio instrumental deutlich mehr experimentiert. Ursprünglich hatte er 20 Titel aufgenommen, letztlich kamen aber nur 11 Stücke auf die Platte. Was damals auf einer A- und einer B-Seite landete, hat es 2011 auf zwei CDs geschafft.

CD1 beinhaltet die originale UK Version des Albums, also Songs wie „Front Parlour“, „Darkroom“ oder „Temporary Secretary“. CD2 dagegen Bonustracks wie „Blue Sway“, „Secret Friend“ und „Wonderful Christmastime“. Mit 48 Minuten Laufzeit ein schönes Extra, das audiotechnisch mit hoher Qualität überzeugt.

Die Paul McCartney Archive Collection ist somit eine Sammlung, die nicht einfach nur eine simple Neuauflage ist, sondern wirklich etwas zu bieten hat. Der erste Titel „Band on the Run“ wurde bereits im November 2010 veröffentlicht, „McCartney“ und „McCartney II“ sind praktisch der zweite und dritte Release. Weitere Platten folgen. Wem das immer noch nicht reicht: Die Alben erscheinen in verschiedenen Versionen, sodass wirklich für jeden Geschmack etwas dabei ist!

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