Kritik | Manhattanhenge von „Debbie Clarke“

Küstler:
Debbie Clarke
Redaktions-Wertung:
Titel:
Manhattanhenge
Release:
11. Mai 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Pop,

Eine Neuentdeckung, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

Mayestätisch klingt sie die junge Frau die auf dem Cover ihres ersten Albums einen feinen schwarzen Hut trägt und selbstbewusst anmutig in die Kamera blickt. Da steckt ganz schön was hinter der Stimme, hört man bereits am ersten Song „Bird on a wire“.

Das Album „Manhattanhenge“ ist bereits bestens durchdacht, abwechslungsreich und hat künstlerisch und musikalisch einiges zu bieten. Die Stücke sind zum Teil countrymäßig aufgelegt wie zum Beispiel „Lay down“. Auf der anderen Seite finden wir auch balladenhafte Lieder. Lied vier zeigt einen fröhlichen Popsong, bei dem man einfach mit pfeift und munter an die nächsten Frühlingstage denkt, über eine grüne Wiese springt und unbekümmert wirkt wie Debbie Clarke selbst. So finden wir auf dieser Platte von allem etwas. Ruhige Balladen die zum Nachdenken anregen, irisch-beeinflusste Hymnen oder Ohrwürmer, bei denen man gerne auf „repeat“ drückt. Man glaubt sogar einen Einfluss der Beatles in „Society Child“ wahrzunehmen. Und so ist eins der wichtigsten Dinge gegeben, was ein erfolgreiches Album auszeichnet: Durchdachtes und nicht willkürliches Abwechslungsreichtum.

Instrumentell finden wir eine facettenreiche Vielfalt. Nicht bloß pop-typische Besetzungen, sondern mal Orchesterinstrumente wie Geige oder xxx, mal einfach nur eine akustische Gitarre und Gesang, oder auch ein elektrisches Gitarrensolo. Aber im Vordergrund steht immer die Stimme der hübschen Engländerin, und die ist gewaltig. Kein Bisschen angestrengt wirkt sie, einfach nur natürlich und dennoch selbstsicher, kräftig und überzeugend. Mal erhaben und bedacht, mal schüchtern und fröhlich munter.

Doch wie begann die Geschichte diese vielversprechenden musikalischen Dame. Aus ihrer ursprünglich klassischen Gesangskarriere gelang sie es mit der Produzentenlegende Tony Visconti vom Folk zum Pop. Sie singt von einer jungen Frau, die auszog – vom Dorf in die Stadt – um sich einen Traum zu erfüllen, einfach weil für sie Singen das Natürlichste der Welt ist. Ursprünglich stammt Debbie aus idyllischen Wye Valley, an der Grenze zu Wales, erkannte ihren Wunsch in Richtung Pop zu gehen bereits mit neun Jahren und nahm im Alter von 20 den mutigen Schritt auf und zog nach London um dort an der Royal Academy klassischen Gesang zu studieren. Nebenbei sang sie in Clubs und der Sender BBC Radio 2 wurde auf die junge Künstlerin aufmerksam. Auch wenn sie die Schwierigkeit sah an Tony Visconti, den Produzenten von David Bowie und T.Rex heranzukommen, schickte sie ihm ein Tape und bereits nach 15 Minuten kam die Antwort: „I love your voice. We should work together.“ Der Traum nahm Gestalt an. Monatelang bastelte Debbie mit Tomys Tochter an Aufnahmen die via Skype zu dem Produzenten nach New York gesandt wurden. Das Ergebniss beschreibt die Sängerin selbst: „Es sollte nicht einfach folky oder bluesy angelegt sein, sondern einen eigenen Stil entwickeln, der sich aus vielen Einflüssen zusammensetzt, ohne dass es verwirrend klingt. Und das haben wir auch erreicht, denke ich.“

Debbie Clarke zuzuhören macht einfach nur Spaß, denn sie kann schon jetzt etwas, was vielen selbst nach dem dritten Album noch nicht gelungen ist: mit ihrer Stimme und Musik schnell und ehrlich überzeugen. Auch wenn sie auf den ersten Blick hübsch, aber ein klein wenig unscheinbar wirkt, das ist sie keinesfalls, spätestens wenn sie anfängt zu singen. Die klassische Stimme und den ursprünglichen Folk-Einfluss nimmt man deutlich wahr, und das sollte sie sich auch beibehalten, denn das macht die popige Art inmitten vieler anderer zu etwas Besonderem.

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